Fördergelder für Parkanlage Delmenhorster Wollepark soll wieder Schmuckstück werden

Von Michael Korn

Grüne Lunge Wollepark: Die Stadt will den verwilderten Landschaftsgarten samt See wieder erleb- und nutzbar machen. Foto: Melanie HohmannGrüne Lunge Wollepark: Die Stadt will den verwilderten Landschaftsgarten samt See wieder erleb- und nutzbar machen. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Die Stadt Delmenhorst will die historische Grünanlage im Wollepark wieder aufwerten. Dazu sollen hohe Fördergelder eingeworben werden.

Die Stadt Delmenhorst will die nächsten Fördergelder in den sozialen Brennpunkt Wollepark leiten: Zur Aufwertung der Parkanlage mit See und historischen Bewuchs im Zentrum sollen Mittel aus dem Bund/Länder-Topf „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier“ beantragt werden. Das Reizvolle daran ist nicht nur eine Attraktivitätssteigerung der Grünanlage, sondern auch die geringe Finanzleistung der Stadt daran, da Bund/Länder 90 Prozent des Aufwandes übernehmen. Dieses Projekt präsentierte jetzt Stadtplaner Ulrich Ihm dem Planungsausschuss des Stadtrates. Das Projekt Wollepark muss bis 1. Januar 2018 beantragt werden.

Baurätin: Park fit machen

Stadtbaurätin Bianca Urban brachte es auf den Punkt des Vorhabens: „Wir wollen den Park als Schmuckstück wieder fit machen. Er soll weitgehend zu allen Tageszeiten erlebbar und nutzbar sein.“ Urban bekräftigte die verlockende Förderquote sowie die Beteiligung von Bürgern und Bewohnern am Gestaltungskonzept. Kosten wurden indes nicht genannt.

Bisher Angstraum

In der Begründung zum Antrag heißt es: Der historische Landschaftspark im Herzen des Wollepark-Quartiers ist aufgrund von Akzeptanzproblemen stigmatisiert und wird nur von wenigen Nutzergruppen in Anspruch genommen. Aufgrund der isolierten Lage wird er eher als Angstraum betrachtet. Tagsüber werden die Wege hauptsächlich in den Randbereichen zur Nordwolle von Radfahrern, Joggern und Hundebesitzern genutzt. In exponierter Lage im Park treffen sich hingegen vor allem problematische Nutzergruppen.

Treffpunkte schaffen

Das zentrale Anliegen des Projektantrags ist, den Park zu öffnen und durch Schaffen von neuen Treffpunkten und Anlässen eine Nutzung möglichst vieler unterschiedlicher Altersgruppen und Ethnien zu ermöglichen und durch die Begegnungen ein konstruktives Miteinander zu fördern. Die Vielfalt im Quartier wird als Stärke gesehen und in der Gestaltung sichtbar gemacht. Die Qualitäten des öffentlichen Raums, der auch immer ein sozialer Raum ist, sollen herausgearbeitet und mit sensiblen Eingriffen Orte der Begegnung geschaffen werden. Durch bauliche Eingriffe soll die Zugänglichkeit für alle zugänglich sein, beispiels­weise durch die Verbesserung der Barrierefreiheit.

Seeanleger herstellen

So ist unter anderem geplant, das Wegesystem für mobilitätseingeschränkte Personen auszubauen. Am See sollen die ursprünglichen Anleger wieder hergerichtet werden, um die Nutzung und den Aufenthalt am Wasser attraktiv und sicher zu gestalten. An exponierter Lage ist geplant, für das Projekt „Fitness statt Gewalt“ (Hood Training) die erforderlichen Sportgeräte und eine auch für Rollstuhlfahrer geeignete Ergänzung aufzubauen. Weitere Maßnahmen werden derzeit erarbeitet und durch landschaftsplanerische Ansätze ergänzt. So sollen ursprüngliche Sichtbeziehungen und Sichtachsen möglichst wieder hergestellt werden und Informationsstelen aufgestellt werden.

Integrations-Worker

Es soll bei allen Maßnahmen eine intensive Bewohner- und Nutzerbeteiligung stattfinden. Ein Integrations-Worker, der begleitend niedrigschwellig die Bewohnerbeteiligung unterstützt, soll zur Aktivierung von Menschen beitragen, die bisher über die Arbeit des Nachbarschafts­zentrums Wollepark nicht erreicht wurden. Sowohl für die Großwohnanlage Wollepark als auch für die benachbarte, verdichtete Einzelhausbebauung der Nordwolle kann die Parkanlage zu einem bisher nicht dagewesenen Ersatz für fehlende private Freiraumbereiche werden.

2017 angelaufen

Schon im laufenden Jahr erhielten 17 niedersächsische Städte und Gemeinden insgesamt 22,5 Millionen Euro aus dem Investitionspaket Soziale Integration, darunter Großenkneten für Baumaßnahmen an Kita und Grundschule sowie Berne für die Kulturmühle. Delmenhorst hatte keinen Antrag gestellt.