Maxe in bundesweitem Netzwerk Delmenhorster Schule im exklusiven MINT-Kreis

Von Kai Hasse

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Delmenhorst. 295 Gymnasien sind deutschlandweit in einem exklusiven Kreis von Schulen, die speziell den technisch-naturwissenschaftlichen Bereich der MINT-Berufe fördern und darin gefördert werden. Seit Kurzem ist auch das Max-Planck-Gymnasium im Boot.

Das Max-Planck-Gymnasium ist in das deutsche MINT-EC-Schulnetzwerk aufgenommen worden. Dafür hat die Schule ihren Fokus auf naturwissenschaftliche Fächer verschärft. Die Aufnahme in das Netzwerk heißt nun für die Schule, dass sie ihre Schüler zu besonderen Bildungscamps schicken kann. Und für die Schüler heißt das, dass ihre Abschlüsse ein besonderes Zertifikat tragen können, mit denen sie hervorstechen – wichtig bei Bewerbungen.

Austausch mit Experten

„MINT“ bedeutet dabei ursprünglich die Themen Mathe, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Dies sind die Fächerbereiche, die in Deutschland nach Ansicht der Kultusministerkonferenz (KMK) mehr Biss bekommen müssen. „MINT-EC“ ist deshalb ein Projekt eines Vereins unter der Schirmherrschaft der KMK. Eine Aufnahme in das Netzwerk bedeutet, dass Schüler Wissenschaftler und Bildungscamps besuchen oder sich mit relevanten Experten austauschen können.

Verzahnung von Wissen und Vermittlung

Dass das MPG Delmenhorst nun in diesem Netzwerk dabei ist, „heißt nicht die Förderung von Fachidioten“, sagt die Schulleiterin Cordula Fitsch-Saucke, „sondern auch eine Verzahnung der MINT-Fächer mit den gesellschaftlichen Zusammenhängen.“ Die Stärkung der MINT-Fächer war also beim MPG breit angelegt, mit einer engen Verzahnung der Themen mit Sozialem, Sprachlichem oder Gesellschaftlichem. Verknibbelte Informatik-Nerds waren nicht das Ziel, sondern junge Leute, die naturwissenschaftlich bewandert sind, aber ihr Wissen auch vermitteln können und verstehen, welchen Nutzen die Naturwissenschaften für die Gesellschaft haben. Andreas Langen, stellvertretender Schulleiter, erklärt das am Beispiel des Abgas-Skandals: Die Technik der Schummel-Software mag fachlich schlau sein, sie lässt aber ökologische sowie mögliche juristische und soziale Folgen ungeachtet, ebenso wie moralische Verantwortung. Dagegen der Ansatz des MPG: Steter Austausch mit Wissenschaftlern und Unternehmen, Wettbewerbe, Interessengruppen zum Schulteich, Robotik oder Sanitätsdienst sowie beispielsweise Praktika und Beratungsgespräche bei der Arbeitsagentur. Und dazu außerdem den MINT-Unterricht in besonderen Profilklassen, in denen die Schüler einen besonderen Schwerpunkt auf naturwissenschaftlichem oder technischem Unterricht haben. Alles zusammen war das MINT-Konzept der Schule.

Großes Engagement der Lehrer

Damit überzeugte das Gymnasium die Jury des MINT-EC-Netzwerkes. Von 44 Schulen, die in diesem Jahr bundesweit dem Netzwerk beitreten wollen, war das MPG eines unter 29, die das schafften. Die Schule ist damit eine von mittlerweile bundesweit 295 MINT-EC-Schulen. Beeindruckt gewesen sei man speziell von dem vielfältig ausgeprägten Konzept und der großen Bandbreite an Angeboten, die alle Themengebiete abdecken. Und: Das Engagement der Lehrer beeindruckte die Jury im Besonderen. „42 Lehrer sind in das MINT-Projekt eingebunden. Sie sorgen durch Mehrarbeit dafür, dass es klappt. Ich bekommen nicht einen Euro mehr“, fasst es Fitsch-Saucke zusammen. Das Kollegium sei außerordentlich engagiert und gehe stets einen Schritt mehr als nötig. Andreas Langen zitiert Aurelius Augustinus: „Was du in anderen entzünden willst, muss in dir selbst brennen.“

Eine große Ehre war für die Vertreter der Schule dabei, dass bei dem Festakt zur Aufnahme ein waschechter Nobelpreisträger in der Schule zu Besuch war: Der Physiker Klaus von Klitzing hielt eine Rede und zeigte den Schülern seine Nobel-Medaille, oder wie sein wissenschaftlicher Lebensweg gewesen war.


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