Auch Delmenhorster Firma beliefert Skandal um minderwertiges Geflügelfleisch vor Gericht

Für die Wurstherstellung darf Separatorenfleisch nicht verwendet werden. Symbolfoto: Imago/ChromorangeFür die Wurstherstellung darf Separatorenfleisch nicht verwendet werden. Symbolfoto: Imago/Chromorange

dpa/lni/tbre Delmenhorst/ Osnabrück. Zwei frühere Manager einer Geflügelfleischfirma aus Bad Bentheim müssen sich seit Dienstag vor Gericht verantworten, weil sie unter anderem minderwertiges Fleisch als höherwertiges ausgezeichnet haben sollen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem früheren heute 58 Jahre alten Geschäftsführer und dem jetzt 51 Jahre alten Betriebs- und Produktionsleiter vor, unter anderem die Delmenhorster Fleischwarenfabrik Könecke betrogen zu haben.

Es geht um maschinell von Knochen gelöstes Fleisch

Die beiden sollen an die Firma 2012 minderwertiges Separatorenfleisch geliefert haben, was für den Abnehmer wertlos war. Separatorenfleisch ist maschinell von den Knochen gelöstes Fleisch und darf nicht als Muskelfleisch verkauft werden.

Bei Wareneingangskontrolle nicht erkannt

Dennoch sei es verarbeitet worden, weil die minderwertige Qualität nicht bei der Wareneingangskontrolle erkannt worden sei. Erst die Lebensmittelüberwachung habe die minderwertigen Wurstwaren beanstandet. Es war zu Razzien gekommen. In weiteren Fällen soll die Firma tonnenweise Separatorenfleisch an eine Fleischwarenfabrik in Böklund und ein Unternehmen in Dissen geliefert haben.

Weitere Vorwürfe gegen die Angeklagten

Außerdem wirft die Staatsanwaltschaft den Angeklagten vor, Hähnchenflügel und Hähnchenunterkeulen unter Angabe eines falschen Schlachtbetriebs nach Südafrika geliefert zu haben, weil dieses Schlachtfirmen aus dem Emsland eine Exporterlaubnis hatte.

Beim Prozessauftakt im Landgericht Osnabrück äußerten sich die aus Enschede und Ochtrup stammenden Angeklagten nicht zu den Vorwürfen, sagte eine Gerichtssprecherin. Bis Mitte Januar sind noch acht Fortsetzungstermine in dem Prozess geplant.