Versorger in Düsternort Edeka in Delmenhorst schließt in zwei Jahren

Von Kai Hasse

Der Edeka Fehner wird den Betrieb Ende 2019 beenden. Es soll wieder ein neuer Lebensmittelmarkt entstehen. Foto: Kai HasseDer Edeka Fehner wird den Betrieb Ende 2019 beenden. Es soll wieder ein neuer Lebensmittelmarkt entstehen. Foto: Kai Hasse

Delmenhorst. Der Edeka-Laden in der Cramerstraße wird schließen. Die Sorge um den Nahversorger macht bereits die Runde. Aber noch bleibt das Geschäft von Werner Fehner zwei Jahre bestehen.

Das Gerücht taucht mittlerweile gelegentlich auf in Düsternort: Der Edeka Fehner in der Cramerstraße macht dicht. Für die Nahversorgung in Düsternort wäre das für viele ein Problem. Der Supermarkt ist eine der wichtigsten Anlaufstellen im südöstlichen Delmenhorst. Aber so schnell wird es nicht gehen. Fehner bleibt noch bis Ende 2019.

„Düsternort ist ein Volk für sich“

Auf Anfrage bestätigt Geschäftsführer Werner Fehner, dass er den Laden schließen werde – aber eben jetzt noch nicht. Sein Vertrag gelte bis Ende des Jahres 2019, und so lange wolle er auch durchhalten. Er ist 63, und mit Abschluss des derzeitigen Pachtvertrages ginge er dann in den Ruhestand. In dem Laden an der Cramerstraße ist er eine Institution. Hier hat er 1970 schon seine Lehre begonnen, damals noch in einem Geschäft am selben Ort unter anderer Firmierung. Er kennt sich hier aus. „Düsternort ist ein Volk für sich“, sagt er. Das sagt er liebevoll. Er habe einen Draht mit den Menschen unterschiedlicher Herkunft und sozialer Schichten. „Ich komme gut mit denen aus. Man kann immer mit allen reden“, meint er. Sie würden zuverlässig ihre Schulden zahlen, wenn sie welche machen, und ihn respektieren. Wenn jemand auf seinem Parkplatz Alkohol trinkt, schickt er ihn weg. Das will ernicht. Und sie gehen dann. In den vergangenen 47 Jahren hätte sich einiges verändert. Ein Beispiel seien die Öffnungszeiten im Metier der Lebensmittelgeschäfte, die sich so erweitert hätten, dass der persönliche Austausch leide, was er bedauert.

Neuer Einkaufsmarkt soll entstehen

Wenn Fehners Zeit endet, werde der Bau, der jetzt vielen Menschen zwischen Innenstadt und A 28 als Versorger dient, möglicherweise abgerissen und ein neues Gebäude geplant. Das bestätigt der Sprecher der Besitzer des Grundstückes, Christian Gellert. Man wolle zwar baulich einige Veränderungen schaffen, weil der Bau an der Cramerstraße nicht mehr modernen Anforderungen entspreche. Dazu gäbe er bereits Gespräche mit der Stadt zur Genehmigung. Aber er stellt fest: Es werde wieder ein Lebensmittelgeschäft am selben Ort geben. „Wenn der Laden 50 Jahre erfolgreich Bestand hatte, dann wird der Standort auch erfolgreich bleiben“, stellt er fest. In den vergangenen Jahren wurde das Geschäft auch gestützt durch die Schließung eines Aldi-Marktes in der nahegelegenen Breslauer Straße vor wenigen Jahren. Der gute Standort ergäbe sich auch aus der guten Verbindung zwischen Innenstadt und Randbezirk und drei in der Nähe liegenden Bushaltestellen. Wie im Detail ein Neubau ab 2020 aussehen könnte, stehe noch nicht fest.


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