City-Managerin stößt auf Zuspruch Idee für Delmenhorster City-Verein kritisiert

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Die Belebung der Innenstadt ist Bürgern ein wichtiges Thema. Unser Bild zeigt Gerhard Skusa vor dem Plakat „Wir für Delmenhorst“. Foto: Melanie HohmannDie Belebung der Innenstadt ist Bürgern ein wichtiges Thema. Unser Bild zeigt Gerhard Skusa vor dem Plakat „Wir für Delmenhorst“. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Neben ersten Erfolgen hat die Delmenhorster City-Managerin beim „City Impulse“-Abend Ideen vorgestellt, die gut ankamen. Ihr Ansatz, um das fehlende Budget auszugleichen, löste indes Sorge aus.

Das Bild einer lebendigen Innenstadt, in der Delmenhorster und Menschen aus dem Umland gern bummeln, hat City-Managerin Nicole Halves-Volmer am Montagabend vor gut 30 Zuhörern beim „City Impulse“-Auftaktabend in der Markthalle beschworen. Allerdings machte die seit März bei der Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft aktive Fachfrau für Stadtmarketing auch deutlich, was sie dringend braucht, wenn sie mehr tun soll, als zwischen Kaufleuten, Verwaltung und Bürgern zu vermitteln: ein Budget.

City-Managerin wünscht sich Kunst für Leerstände

Ideen, wie man die Innenstadt attraktiver gestalten könnte, hat Halves-Volmer viele. So schlug sie neben dem neuen Delmenhorst-City-Facebook-Profil einen Online-Einkaufsführer vor, der alle Läden der Stadt samt Öffnungszeiten und Angebot vorstellt. „Denn bisher ist die Erkennbarkeit im Netz nicht unproblematisch“, hat sie analysiert. Um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, hat die City-Managerin sich für mehr Grün für die moderne Fußgängerzone und für die gerade angeschaffte neue Winterbeleuchtung eingesetzt, zudem empfiehlt sie neugestaltete Stromkästen oder Kunst in Leerständen, etwa in Kooperation mit Museen. „In kleinen Schritten schnelle Erfolge erzielen und dabei das große Ziel der Attraktivitätssteigerung nicht aus den Augen verlieren“, umreißt sie ihre Strategie.

Schon kleine Projekte scheitern am Geld

Bislang scheitern aber schon kleinere Projekte, wie zum Beispiel eine Präsentation alter und neuer Fotos traditionsreicher Innenstadt-Häuser am Mangel an finanzieller Unterstützung. Ohne Budget falle für jede kleine Aktion wieder Aufwand für Klinkenputzen und „Bettelbriefe“ an – mit ungewissem Ausgang, verdeutlichte Nicole Halves-Volmer. Eine Alternative sieht sie in einer als Verein organisierten Werbegemeinschaft mit Mitgliedsbeiträgen, wie der Bremer Interessengemeinschaft „Das Viertel“ (IGV), deren Vorsitzender Norbert Caesar der zweite Redner des ersten „City Impulse“-Abends war.

Bremer stellen ihre Ansätze vor

Caesar beschrieb, wie die 80 Mitglieder starke IGV vor gut 30 Jahren durch den Widerstand gegen eine Fußgängerzone zusammengeschweißt wurde, und sich seitdem für das zunächst von Leerstand und Drogenproblemen geprägte Viertel stark macht. „Heute hat das Viertel mit 280 vorwiegend inhabergeführten Fachgeschäften eine starke Anziehungskraft“, sagte Caesar. Die IGV kümmere sich um die Internetpräsenz, vermittle zwischen den Mitgliedern aus Handel, Immobilienwirtschaft und Gewerbe sowie den Behörden, organisiere offene Sonntage und andere Aktionen. Die Erfolgsfaktoren sind für Caesar klar: Es braucht eine gute Organisation, Kontinuität, Ideen – und einen Etat.

Nur wenig Zuspruch für neuen Verein

In der Schlussrunde mit den in der Markthalle versammelten Händlern, Unternehmern, Immobilienbesitzern und anderen Interessierten gab es Zuspruch für die City-Managerin und viele ihrer Ideen, aber Gegenwind für einen neuen Verein. Dieser könne den schon bestehenden Förderverein der örtlichen Wirtschaft Delmenhorst, der sich jedoch nicht speziell auf die City oder den Handel bezieht, Mitglieder kosten. Nur Decius-Filialleiterin Iduna Tiedemann konnte sich für einen „Wir-Verein“ für die Delmenhorster City erwärmen, in dem aus ihrer Sicht neben Kaufleuten auch Privatleute aktiv sein sollten.

Managerin fordert lebendigen Handel

Zu wenig Wir-Gefühl, das ist aus der Sicht von Nicole Halves-Volmer eines der größten Probleme am Standort Delmenhorst – obwohl Auftrieb spürbar sei. Ihr Appell für die aufwendig neu gestaltete Fußgängerzone lautet: „Wir müssen diesen Stadtraum gemeinsam füllen, nicht nur mit Kunden, auch mit lebendigem Handel.“


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