Haus Berger macht dicht Letzte Ausstellung in Delmenhorster Kunstschmiede

Von Kai Hasse

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Sie stellen unter anderem aus: von links Ghaku Okazaki, Hairihan (hinten), Yohan Dongheon Koo und Michael Wilke. Foto: Kai HasseSie stellen unter anderem aus: von links Ghaku Okazaki, Hairihan (hinten), Yohan Dongheon Koo und Michael Wilke. Foto: Kai Hasse

Delmenhorst. Das Haus Berger wird verkauft. Das erklärt der Chef des Kulturkreises Delmenhorst als Mieter. Der Besitzer, Galerist und Kulturkreis-Mitglied Dirk Schulte Strathaus, wolle verkaufen. Die letzte Ausstellung ist eine Hommage an die Jugend: Kunststudenten aus Bremen stellen ab Freitag aus.

Es wird die letzte Ausstellung im Haus Berger sein, die die jungen Studenten aus Bremen derzeit in den luftigen Räumen einrichten. Titel „Kein Anschluss unter dieser Nummer“, basierend auf einem der Werke. Dass es die letzte sein wird, ist dem Kulturkreis um den Vorsitzenden Eckart Sohns seit wenigen Wochen klar. Sie suchen nach einem neuen Standort.

Suche nach Ersatz

Der Vermieter wolle sich „verkleinern“ und verkaufe deshalb das Haus, das Kunstfreunden seit zwei Jahren als Schaltzentrale des Kulturkreises eine feste Adresse ist. In dem Haus am nördlichen Rande Delmenhorsts stellen Künstler der Region regelmäßig aus. Deshalb muss der Kulturkreis ausweichen. „Wir sind nun auf der Suche nach einem Ersatz“, erklärt Sohns. Es sei bereits eine Adresse gefunden, die vielversprechend sei. Das sei aber noch nicht spruchreif. Dort könne man auch kleine Konzerte und Lesungen veranstalten. „Fest steht: Den Kulturkreis wird es weiter geben. Wir werden weiter aktiv sein“, so Sohns.

Konfetti aus der Suizid-Pistole

Die jungen Künstler sind derweil emsig am Einrichten. Beispiele: Eine Person, in Öl, die sich eine Knarre ins Gesicht abfeuert – und es kommt nur Konfetti heraus. Oder eine Ansicht aus dem All mit einem pinken Ufo und einem Wirrwar aus Gravitationswellen. Beides gemalt von der aus der Mongolei stammenden Hairihan, die sich an schwarzem Humor freut. Oder ein riesiges Werk in Acryl auf Leinwand von Michael Wilke, darauf die Struwwelliese, die nicht beten will, und deshalb in der Nacht von einer Bande boshafter Zwerge gequält wird. Ghaku Okazaki arbeitet auch die in Teilen animistisch-gläubige Tradition seiner japanischen Heimat in Bilder, die in leuchtenden Farben zeigt, wie sich Menschen mit Tieren und Pflanzen verbinden – mit Bananenmann, Elefantenmann und Lotus mit Gesicht, dazu japanische und chinesische Lyrik eingearbeitet. Oder die Bilder des aus Südkorea stammenden Künstlers Yohan Dongheon Koo, die sich um Gram, den Trost in schwerer Stunde, und einen Ausweg darstellen.

Dinge, die man sonst nicht rausrückt

Es ist international und spannend, was die jungen Künstler auf die Leinwand gebracht haben, und regt zum Plaudern an über Dinge, mit denen man sonst nicht herausrückt. So soll es sein. Christine Heinemann, die stellvertretende Vorsitze des Kulturkreises, freut sich auf die Ausstellung, die nun leider die letzte im Haus Berger sein wird, die aber – als kleiner Trost – der Jugend der Kunst gewidmet ist. Die Ausstellung beginnt am Freitag, 20. Oktober, um 19 Uhr in der Stedinger Landstraße 5. Finissage ist am Freitag, 17. November. Die Öffnungszeiten sind mittwochs und samstags um 16 bis 18 Uhr sowie sonntags um 11 bis 13 Uhr.


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