SPD holt Direktmandat Kurku zieht unter Jubel ins Delmenhorster Rathaus

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Denis Kurku holt das Direkmandat und strahlt mit Petra Behlmer-Elster, SPD-Unterbezirksvorsitzende, um die Wette. Foto: M. JuliusDenis Kurku holt das Direkmandat und strahlt mit Petra Behlmer-Elster, SPD-Unterbezirksvorsitzende, um die Wette. Foto: M. Julius

Delmenhorst. Im Rathaussaal ist die Auszählung der Wahllokale mit Spannung und Emotionen verfolgt worden. Als Kurku der Sieg sicher war, holte er sich die Ovationen ab.

Kurz nach 19 Uhr im Rathaussaal gratuliert die CDU-Kandidatin Frauke Wöhler ihrem Konkurrenten Deniz Kurku (SPD) persönlich zum Gewinn des Direktmandats. Noch sind nicht alle Wahllokale ausgezählt, aber der Vorsprung ist so groß, dass für den jungen Sozialdemokraten nichts mehr zu verlieren ist. Er ist bereits wenige Minuten zuvor in den Rathaussaal gekommen, wo er mit lautem Applaus und vielen Umarmungen empfangen wurde. „Das ist schon eine tolle Geschichte“, sagt Kurku, sichtlich überwältigt von diesem für ihn so erfolgreichen Abend. Annähernd 42 Prozent der Erststimmen holt er sich am Ende. Petra Behlmer-Elster, Vorsitzende des SPD-Unterbezirks, hat das deutliche Ergebnis im Wahlkampf schon kommen sehen, sagt sie. Ihrer SPD im Land attestiert sie eine tolle Aufholjagd, gerade nach der Schlappe im Bund. Die Anhänger der SPD sind im Rathaus in der Überzahl. Kurkus Familie, zahlreich erschienen, ist einfach nur stolz auf ihren Deniz.

Gebrauchter Tag für CDU

Bastian Ernst, CDU-Ratsherr und Vorstand Marketing beim SV Atlas, hat an diesem Tag quasi gleich zweimal verloren. Er schaut nach dem Schlusspfiff im Rathaus vorbei. „Ein gebrauchter Tag“, sagt er. Oberbürgermeister Axel Jahnz gehört an diesem Spätsommertag im Herbst zu den ersten Gratulanten im Rathaus. „Ein überragender Sieg“, sagt Jahnz. Sein Dank gehe aber an alle Kandidaten. Wermutstropfen für ihn: die schlechte Wahlbeteiligung in Delmenhorst. „Da müssen wir was tun.“ Wöhler attestiert er als Newcomerin, dass sie bewiesen hat, dass sie es kann. „Mit Deniz Kurku sind wir in Hannover jetzt bestens vertreten“, sagt Jahnz. Dass Werder zu diesem Zeitpunkt gegen Gladbach mit 0:2 zurückliegt, ist für den bekennenden HSV-Fan Jahnz obendrein Wasser auf seine Mühlen. Den Dank an die zahlreichen Wahlhelfer vergisst er dennoch nicht, gerade weil nun innerhalb weniger Wochen gleich zwei große Wahlen anstanden.

Spekulationen über Koalitionen

Der Rathaussaal, in dem die Ergebnisse aus den Wahllokalen eintrudelten und in dem zudem über das Fernsehen das Landesergebnis im Blick behalten werden konnte, hatte sich schon früh gefüllt. Vertreter aller Parteien, Unterstützer, interessierte Wähler, lokale und überregionale Presse: Schnell ging es um mögliche Koalitionen. Reicht es am Ende für Rot-Grün? Kommt die Ampel? Dass alle an diesem milden Oktoberabend gebannt auf die Wahlergebnisse schauen, liegt vor allem an Elke Twesten. Die Grüne hatte ihre Fraktion im Landtag verlassen und war zur CDU gewechselt. Deshalb kam es zu den vorgezogenen Neuwahlen. Den Grünen in Delmenhorst hat dieser Wechsel nichts Gutes gebracht. In Delmenhorst brach das Ergebnis ein. Direktkandidat Sinan Shikho umarmte den Sieger Denis Kurku.


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