Werk in Delmenhorst betroffen Fehlende Umsätze bringen DLW ins Trudeln

Von Thomas Breuer

Foto: Thorsten KonkelFoto: Thorsten Konkel

Delmenhorst. Ob das eingeleitete Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung Jobs kosten wird, ist auch nach einer Mitarbeiterversammlung in Delmenhorst offen. Die Löhne überweist vorerst die Arbeitsagentur.

Die Sanierung beim Bodenbelaghersteller DLW Flooring läuft auf Hochtouren und zeigt Erfolge, doch die Umsätze im laufenden Jahr sind unter den Erwartungen geblieben, entsprechen nicht den im Sanierungskonzept für 2017 angenommen Zahlen. Dies ist nach Angaben aus dem Unternehmen der Grund dafür, dass ein Liquiditätsengpass entstanden ist und jetzt der Weg in ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeschlagen werden musste – ähnlich dem, das zwei Gesellschaften des Josef-Hospitals (JHD) derzeit durchlaufen.

Mitarbeiterversammlung bringt keine Klarheit

Rund drei Viertel der aktuell 272 Beschäftigten in Delmenhorst (dazu gibt es noch elf Leiharbeiter) nahmen am Donnerstag an einer Mitarbeiterversammlung im Werk teil, in der DLW-Finanzchef Stephan Lührs die aktuelle Lage darstellte. Klarheit, ob erneut Jobs zur Disposition stehen, brachte die Zusammenkunft nicht.

Betriebsrat will alle Mitarbeiter halten

Für den Betriebsratsvorsitzenden Frank Heyna steht unterdessen außer Frage: „Wenn die Produktionszahlen so bleiben sollen, brauchen wir jeden Mitarbeiter.“ 7,3 Millionen Quadratmeter Linoleum waren für das laufende Jahr geplant. Durch zeitweise Kurzarbeit – zuletzt Anfang Oktober für eine Woche – werden es am Ende wohl 6,8 Millionen sein.

„Wir sind effizienter geworden“

„Die Sanierung kommt sehr gut voran und liegt in verschiedenen Bereichen sogar über den Vorgaben des Konzepts“, teilte Hans-Werner Topp, Vorsitzender der Geschäftsführung von DLW Flooring mit, der gestern parallel die Mitarbeiter in Bietigheim-Bissingen informierte. Dort verteilen sich etwa 460 Mitarbeiter auf die Bereiche Verwaltung, Marketing und Vertrieb sowie die Produktion von PVC-Produkten, Vinylbelägen und Schiffsfolie.

„Wir sind effizienter geworden und haben Produkte und Kollektionen optimiert“, beschreibt Topp die bislang eingeleiteten Schritte. „Auch die Neu-Ausrichtung des Vertriebs wurde eingeleitet.“

Künftig mit weniger Varianten am Markt

Wenn die Kollektion für 2018 aufgelegt wird, soll die Zahl der angebotenen Linoleum-Varianten laut Heyna deutlich schrumpfen. Auch ein Schritt, um Lagerkapazitäten zu senken. Diese werden sich zum Jahresende immerhin auf 1,3 Millionen Quadratmeter Linoleum belaufen. Heyna attestiert Topp gute Arbeit, der Betriebsrat werde ihn auf dem weiteren Weg voll unterstützen.

Veränderungen in Besitzstruktur denkbar

Für Oktober, November und Dezember werden die Mitarbeiter von der Arbeitsagentur Insolvenzausfallgeld erhalten. Dann muss ein wenigstens für 18 bis 24 Monate tragfähiges Konzept stehen. Dies könnte letztlich auch zu neuen Veränderungen in der Besitzstruktur führen.

Erste potenzielle Interessenten haben sich bereits gemeldet. Dazu, ob die niederländische Fields Group, die die DLW-Standorte Mitte 2015 nach dem Armstrong-Ausstieg übernommen hat, halten will, ist bisher nichts gesagt worden.


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