Zu viel Nitrat auf Stuhrer Feldern Wasserschützer kritisieren Biogasanlagenbetreiber

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Der VSR-Gewässerschutz hat in Stuhr oft überschrittene Nitratgrenzwerte im Grundwasser durch Überdüngung festgestellt. Besonders gewerbliche Biogasanlage nimmt er in die Kritik. Symbolbild: Patrick Pleul/dpaDer VSR-Gewässerschutz hat in Stuhr oft überschrittene Nitratgrenzwerte im Grundwasser durch Überdüngung festgestellt. Besonders gewerbliche Biogasanlage nimmt er in die Kritik. Symbolbild: Patrick Pleul/dpa

Stuhr. Der VSR-Gewässerschutz hat in Stuhr oft überschrittene Nitratgrenzwerte im Grundwasser durch Überdüngung festgestellt. Besonders gewerbliche Biogasanlage nimmt er in die Kritik.

Der Verein VSR-Gewässerschutz schlägt wegen zu hoher Nitratwerte im Stuhrer Grundwasser Alarm. Der Verein hat 209 Grundwasserproben ausgewertet, in jeder siebten Probe wurde der Nitratgrenzwert überschritten. In einem Fall wurde der Grenzwert ums Dreifache überschritten. Insbesondere kritisiert der VSR Intransparenz bei gewerblichen Biogasanlagen.

„Dreckigster“ Brunnen in Stuhr-Seckenhausen

Die 209 analysierten Proben hat der VSR bei Informationsveranstaltungen Mitte September in Weyhe und Stuhr gesammelt. Neben Stuhr und Weyhe stammen die Proben aus Syke und Bruchhausen-Vilsen. In einem Fall ist der Nitratgrenzwert von 50 Milligramm pro Liter mehr als um das Dreifache überschritten worden: Eine Probe eines Privatbrunnens aus Stuhr-Seckenhausen ergab 174 Milligramm Nitrat pro Liter.

Wasser ist zum Trinken nicht geeignet

„Das Wasser ist wegen der Überschreitung der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet“, schreibt der VSR dazu. Auch für die Befüllung von Fischteichen sei das Wasser nicht brauchbar, da hohe Nitratwerte zu einer Massenvermehrung von Algen und so zu einem Fischsterben führen könnten.

(Weiterlesen: Neue Düngeverordnung gefordert – Keine Strafe für Landwirte bei Überdüngung)

Verein übt Kritik an Biogasanlagen

Besonders kritisiert der Gewässerschutz-Verein gewerbliche Biogasanlagen. Denn das Ausmaß über ein- und ausgehende Nährstoffe sei dort oft nicht klar. Der Verein fürchtet darum, dass zu viele Gärreste aus den Anlagen später als Dünger auf den Feldern landet. Doch auch wenn große landwirtschaftliche Betriebe ab 2018 Ein- und Ausgänge der Nährstoffe protokollieren müssten, gelte diese Vorschrift für gewerbliche Biogasanlagen nicht. Ein Umstand, der für den VSR „nicht nachvollziehbar“ ist.

Der VSR bietet an, Grundwasser auf seine Nitratbelastung hin zu untersuchen. Proben können per Post eingesendet werden. Informationen hierzu gibt es im Netz unter www.VSR-Gewässerschutz.de oder via E-Mail unter brunnen@vsrgewaesserschutz.de.


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