Unwetter im Nordwesten Sturmtief Xavier legt Delmenhorst und Ganderkesee lahm

Von Frederik Grabbe


Delmenhorst/Ganderkesee. Teilweise massive Verkehrsbehinderungen hat am Donnerstag das Sturmtief Xavier verursacht. Der Bahnverkehr stand komplett still. Die GOL meldete mehr als doppelt so viele Einsätze wie beim Sturm Sebastian vor wenigen Wochen.

Das Sturmtief Xavier hat am Donnerstag den Einsatzkräften alles abverlangt. Von 13 bis 14.30 Uhr tobten heftige Orkanböen, zahlreiche Bäume wurden umgestürzt, in der Folge kam der Bahnverkehr komplett zum Erliegen. Bäume fielen auch auf die A28 und die B75, die Bundesstraße war zwischenzeitlich gar komplett gesperrt.

Bäume fallen auf Straßen, Häuser und Autos

Auch die Feuerwehren in Delmenhorst und im Landkreis Oldenburg hielt Xavier in Atem. Gerade den Landkreis traf das Sturmtief hart. In den meisten Fällen mussten die Retter zu umgeknickten Bäumen ausrücken, die entweder die Straßen versperrten oder auf Häuser gefallen waren.

(Weiterlesen: Live-Ticker zum Nachlesen – Sturmtief Xavier fegt über Delmenhorst und die Region)

80 Einsätze in Delmenhorst

In Delmenhorst zählte Feuerwehrchef Thomas Stalinski am Abend 80 Einsätze seit Mittag, insgesamt 130 Einsatzkräfte wurden vom Sturm gefordert. Bis in den Abend hinein waren Feuerwehr, Technisches Hilfswerk oder Kräfte des Bauhofs mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Langwierig sei es insbesondere, Hausdächer von großen Bäumen zu befreien, wie etwa in Hasbergen, Deichhorst und Stickgras, sagte Stalinski. Auf den Graftwiesen waren mehrere Bäume auf acht Autos gefallen. Hinzu kamen Einsätze aus dem gängigen Feuerwehrbetrieb, „das war schon eine Herausforderung für uns“, so Stalinski.

70 Einsätze in Ganderkesee

In Ganderkesee zählte Gemeindebrandmeister Bernd Lembke am Abend mehr als 70 Einsätze. „Schierbrok hat es am härtesten getroffen“, sagte er. Im Gemeindegebiet wie auch in der Stadt blieben schwere Zwischenfälle mit Verletzten aus. Eine endgültige Bilanz konnten Stalinski und Lembke aber noch nicht ziehen.

Auch Straßenbahnverkehr in Bremen betroffen

Der Bahnverkehr kam im Norden zwischenzeitlich komplett zum Erliegen. Von Bremen aus ging zeitweise nichts mehr. Zwischenzeitlich wurde in der Hansestadt eine Sturmflutwarnung ausgegeben. Dort war neben dem Straßen- auch der Straßenbahnverkehr schwer betroffen. In Osterholz wurde eine Frau von einem Ast getroffen und lebensgefährlich verletzt.

Xavier schlägt Sebastian deutlich

Die Großleitstelle Oldenburg (GOL), die die Städte Delmenhorst und Oldenburg sowie die Landkreise Ammerland, Cloppenburg, Oldenburg und Wesermarsch abdeckt, verzeichnete am Abend insgesamt 1600 Einsätze. Zur Erinnerung: Mitte September zählte die GOL während des Sturmtiefs Sebastian 512 Einsätze.