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03.10.2017, 16:45 Uhr KOLUMNE

Quergedacht: Das Comeback der Gürteltasche

Von Marco Julius

Die Gürteltasche ist zurück. Foto: imago/UPI PhotoDie Gürteltasche ist zurück. Foto: imago/UPI Photo

Delmenhorst. Was Lazarus, Christian Lindner und die modische Gürteltasche gemeinsam haben, lesen Sie in der neuen Folge der Glosse „Quergedacht“.

Wenn jemand, sagen wir nach extrem langer Erfolglosigkeit, strahlend zurückkehrt, dann spricht man von einem Comeback. Das größte dieser Comebacks, das legte vor bald 2000 Jahren ein Mann hin, dessen Namen heute oft als Vergleich fällt, wenn es um eine überraschende Rückkehr geht. Über Christian Lindner, den Liberalen mit dem Parfümwerbegesicht, heißt es dann, er habe bei der Bundestagswahl mit seiner FDP das größte Comeback seit Lazarus hingelegt. Der nämlich, so steht es in der Bibel, ist – noch in Grabtücher gehüllt – von den Toten auferstanden. Die genauen Umstände tun hier jetzt grad nichts zur Sache. Sicher aber ist, dass weder Lazarus noch Lindner je eine Gürteltasche getragen haben.

Die gilt seit ihrer Erfindung als größte Modesünde der Welt – noch vor weißen Socken in Sandalen. Und doch, so muss man sagen, erlebt die Gürteltasche aktuell ihr Comeback. Totgesagte leben eben länger. War sie bisher Urlaubern und Rentnern vorbehalten, so schreiben die angesagten Modemagazine derzeit unisono, dass das Grauen zum It-Piece für Frau und Mann verwandelt zurückkommt. Edles Material, neue Optik – der Hüftriemen mit dem Beutel kommt schick daher. So lässt sich in schlechten Zeiten der Gürtel hübsch enger schnallen.


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