Polizeibesuch nach Handy-Kauf Hehlerei-Verfahren gegen Delmenhorster eingestellt

Von Ole Rosenbohm

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Nachdem der Mann das gestohlene Smartphone angeschaltet hatte und für sich einrichten wollte, wurde die Polizei auf ihn aufmerksam. Foto: dpaNachdem der Mann das gestohlene Smartphone angeschaltet hatte und für sich einrichten wollte, wurde die Polizei auf ihn aufmerksam. Foto: dpa

Delmenhorst/Oldenburg. Ein 30-jähriger Delmenhorster stand nun wegen Hehlerei vor dem Landgericht in Oldenburg. Er hatte ein gestohlenes Handy gekauft – ohne es zu wissen. Das Landgericht stellte das Verfahren ein.

Weil er ein gestohlenes Handy gekauft hatte, musste sich nun ein 30-jähriger Delmenhorster vor dem Landgericht in Oldenburg verantworten. Zuvor hatte das Amtsgericht Delmenhorst ihn bereits wegen Hehlerei verurteilt. In der zweiten Instanz in Oldenburg wurde das Verfahren gegen den Mann nun aber eingestellt. Er hatte nicht gewusst, dass er Diebesgut gekauft hatte.

Eigenes Handy kaputt oder die Tochter hat ihres gerade verloren? Kein Problem, der Gebrauchtmarkt für Mobiltelefone kann oft mit günstigen, voll intakten Geräten helfen. Im Fall, über den am vergangenen Freitag das Landgericht Oldenburg entscheiden musste, hatte ein 30-jähriger Delmenhorster von einem Bekannten einer Mitbewohnerin ein zwei Jahre altes Smartphone für 50 Euro erstanden. Was er nicht wusste: Das Gerät war gestohlen. Er erfuhr es, als am nächsten Morgen die Polizei bei ihm vor der Tür stand.

Aktivierung des Geräts bringt Polizei auf die Spur

Die Ermittler waren auf den Mann aufmerksam geworden, als er das Gerät aktivierte. Zu diesem Zeitpunkt war es längst als gestohlen gemeldet. Der Käufer gab an, von nichts gewusst zu haben – zwar hatte er keinen Kaufbeleg vom Verkäufer erhalten, aber immerhin einen Originalkarton mit Zubehör. Alles normal – bis die Polizei kam. Für den 30-Jährigen sei an diesem Morgen „ein ganz falscher Film“ gelaufen, sagte er.

Amtsgerichts-Urteil „eine Frechheit“

Die Polizisten beschlagnahmten das Handy und schrieben eine Anzeige. Vom Amtsgericht Delmenhorst wurde der Käufer dann zu 30 Tagessätzen Geldstrafe wegen Hehlerei verurteilt.

Der Rechtsanwalt des Angeklagten bezeichnete das Urteil als „Frechheit“.

Denn nachdem sogar der Dieb, der derzeit wegen diverser Delikte eine mehrjährige Jugendstrafe absitzt, ausgesagt hatte, den Käufer so gut wie gar nicht zu kennen, hatte selbst die Staatsanwaltschaft auf Freispruch plädiert.

Ganz freisprechen von jeglicher Schuld wollte das Landgericht den Delmenhorster in der Berufungsverhandlung nicht. Zu einer Einstellung wegen Geringfügigkeit (nach Paragraf 153) langte es aber. Das Smartphone befindet sich inzwischen übrigens wieder in der Tasche seines ursprünglichen Besitzers.


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