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Feuerwerk beim Kramermarkt abgesagt Sturm in Delmenhorst: Feuerwehren im Dauereinsatz

Von Eyke Swarovsky


Delmenhorst. Sturmtief Sebastian zieht heute über den Norden hinweg. Aufgrund der damit verbundenen Unwetterwarnung beendeten einige Schulen in Delmenhorst den Unterricht früher. Es gab bereits viele umgestürzte Bäume. Die Nordwestbahn hat den Betrieb eingestellt. Das Feuerwerk beim Kramermarkt wurde abgesagt.

Sturmtief Sebastian wütet über der Region. Inzwischen hat der Deutsche Wetterdienst die Unwetterwarnung für die Region, die zunächst bis 20 Uhr andauern sollte, bis 24 Uhr verlängert.

Nordwestbahn stellt mehrere Linien ein

Die Nordwestbahn hat den Betrieb auf allen Linien der in Region Weser-Ems aufgrund des Unwetters eingestellt. Betroffen sind laut Mitteilung der Nordwestbahn alle vier Linien in der Region Weser-Ems. Die Regio-S-Bahn fährt ebenfalls auf keiner Linie mehr. Auch der Metronom hat den Verkehr auf seinen Linien Hamburg – Bremen und Hamburg – Cuxhaven eingestellt.

Bereits mehrere umgestürzte Bäume

In Delmenhorst hat es bereits rund 20 Sturm-Einsätze für die Feuerwehr gegeben. „Wir sind im gesamten Stadtgebiet im Dauereinsatz“, sagt Feuerwehr-Chef Thomas Stalinski. An der Bremer Straße stürzte unter anderem ein Baum um. Am Espenweg musste ein angeknackster Baum gesichert werden. Den ersten schlimmen Schaden gab es am Wollepark. Auf dem Abrissgrundstück ist ein großer Baum vom Wind umgerissen worden. Er kippte über den Bauzaun und begrub einen BMW unter sich, in dem jedoch keine Personen saßen. Die Feuerwehr sägte den Baum Stück für Stück auseinander.

Auch in der Innenstadt hielt ein Baum dem Wind nicht stand. An der Bahnhofstraße im Bereich der Oldenburgischen Landesbank ist ein großer Baum auf dem Bankparkplatz abgeknickt. Er begrub drei Fahrzeuge auf einem privaten Nachbargrundstück unter sich. Am Burggrafendamm ist ein Baum auf zwei Autos gestürzt, an der Gerhart-Hauptmann-Straße und an der Schwabenstraße wurde je ein Wagen von einem Baum beschädigt. Umgestürzte Bäume oder herabgefallenes Geäst blockierte zeitweise die Straßen, zum Beilspiel die Bremer, die Nordenhamer, die Stedinger und die Friesenstraße sowie den Heidkruger Weg. Am Riedeweg fiel eine Straßenlaterne auf die Straße, meldete die Polizei.

In Ganderkesee war die Lage zunächst noch etwas entspannter. Hier gab es bislang unter anderem einen Einsatz in Neuenlande. Hier war ein Baum mit 40 cm Durchmesser umgestürzt und hatte einem Bus den Weg versperrt.

Auf der A29 blockierte ein Baum zwischen Oldenburg-Ost und Sandkrug die Fahrbahn teilweise. Auf der A28 in Richtung Oldenburg ist rund 500 Meter vor der Abfahrt Hude ein Baum auf die Autobahn gestürzt. In Hude selbst stürzte eine rund 100 Jahre alte Tanne um.

Am späten Nachmittag waren alle Feuerwehren der Gemeinde Ganderkesee mit Ausnahme der Feuerwehr Falkenburg im Dauereinsatz.

Die B 213 war am Nachmittag im Bereich Hockensberg aufgrund eines auf die Fahrbahn gestürzten Baumes gesperrt.

Die Großleitstelle Oldenburg-Land hat die Leitstelle aufgrund der prekären Wetterlage personell verstärkt. Die Einsätze in Delmenhorst werden mittlerweile aufgrund der Notlage in der Region von der Berufsfeuerwehr Delmenhorst selbst koordiniert.

Bei allen Einsätzen in der Region blieb es bislang bei Sachschäden.

Kramermarkt hat geöffnet

Laut Stadtsprecher Timo Frers soll der Kramermarkt in Delmenhorst heute so weit wie möglich regulär geöffnet bleiben. Am späten Nachmittag mussten die Verantwortlichen jedoch die Entscheidung treffen, dass das traditionelle Höhenfeuerwerk am Abschlussabend aufgrund der unberechenbaren Windböen nicht stattfinden kann.

Schulen haben Unterricht teilweise früher beendet

Für die Jahrgänge 5 bis 12 endete der Unterricht am Max-Planck-Gymnasium an diesem Mittwoch nach der sechsten Stunde. Das bestätigte das Sekretariat der Schule.

„Grundsätzlich ist jede Schule selbst für solche Entscheidungen zuständig“, erklärt Stadtsprecher Timo Frers auf Anfrage unserer Redaktion.

Auch die Integrierte Gesamtschule Delmenhorst beendete den Unterricht nach der sechsten Stunde. Das bestätigte der stellvertretende Schulleiter Wolf-Dieter Hering.

Andere Schulen halten sich zurück

An der Hermann-Allmers-Grundschule habe man ebenfalls über einen vorzeitigen Schulschluss nachgedacht. Da hier aber sowieso nach der fünften Stunde Schluss war, sollte der Unterricht regulär beendet werden. An der Wilhelm-von-der-Heyde-Oberschule gab es keine Änderungen des regulären Ablaufs.

Keine Änderungen in Ganderkesee

Auch in Ganderkesee sollte alles im normalen Tagesrhythmus bleiben. Sowohl das Gymnasium als auch die Oberschule in Ganderkesee machten regulär weiter.

Einsatzkräfte in Bremen eilen von Einsatz zu Einsatz

Der Sturm sorgt auch bei der Polizei Bremen für Hochbetrieb. Von 12 Uhr bis 16 Uhr rückten die Streifenwagen zu mehr als 100 Unwettereinsätzen aus. Die Einsatzkräfte hatten bisher alle Hände voll zu tun. In Schwachhausen wurde eine 28 Jahre alte Radfahrerin von einem umfallenden Baum erfasst. Die Frau hatte einen Schutzengel und verletzte sich dabei nur leicht. Sie wurde vor Ort von Rettungssanitätern behandelt und konnte anschließend ihren Weg ohne das zerstörte Fahrrad fortsetzen. Über das Stadtgebiet verteilt fielen Verkehrsschilder, Äste und Bäume auf Straßen und Wege und beschädigten Autos. In der Innenstadt flogen Dachziegel von Gebäuden und es lösten sich Teile von Baugerüsten. In Hemelingen drohte ein Veranstaltungszelt wegzuwehen und musste gesichert werden.

Am Abend dann entspannte sich die Lage etwas. Die Großleitstelle Oldenburg Land zog Bilanz: Die Großleitstelle, die die Städte Delmenhorst und Oldenburg sowie die Landkreise Ammerland, Cloppenburg, Oldenburg und Wesermarsch abdeckt, verzeichnete bis 18 Uhr insgesamt 512 Einsätze aller Art. Normal seien maximal zwölf. Die meisten Notrufe gingen zwischen 11 und 17 Uhr ein.

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