„Bannas Bier“ immer beliebter Wildeshauser Privatbrauer bringt Landbier auf den Markt

Von Ole Rosenbohm

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Bier ist sein Leben: Thomas Bannas, seit 34 Jahren Brauer. Für das Bild hat er sich ein Landbier eingeschenkt. Foto: Ole RosenbohmBier ist sein Leben: Thomas Bannas, seit 34 Jahren Brauer. Für das Bild hat er sich ein Landbier eingeschenkt. Foto: Ole Rosenbohm

Wildeshausen. Die Wildeshauser Privatbrauerei „Bannas Bier“ wird immer beliebter. Der Chef und Namensgeber sucht jetzt nach einer größeren Produktionsstätte in der Nähe.

„Ohne Geduld“, zitiert Thomas Bannas einen Spruch, den er mal im fernen Namibia aufgeschnappt hat, „kannst du kein Bier brauen“. Thomas Bannas, 50, macht einen sehr geduldigen Eindruck. Und er kann auf jeden Fall Bier brauen. Seit 34 Jahren arbeitet er in dem Metier, war als Brau- und Malzmeister für „Beck’s“ in aller Welt unterwegs und hat seit vier Jahren zusammen mit seiner Frau Britta den Traum von einer eigenen, kleinen Brauerei verwirklicht: „Bannas Bier“.

Delmenhorster Bierfreunde kennen Bannas bereits

Seit Montag hat er eine dritte Flaschenbier-Sorte im Angebot: „Bannas Landbier“. Dass Bannas brauen kann, konnten auch die Besucher der Delmenhorster Bierbörse am Wochenende erfahren. Die Fässer mit Bannas‘ Bier am Stand der Wirtschaftsförderung waren zu Festende leer – 550 Liter, speziell hergestellt für die Bierbörse.

Noch sind Schrot-Mühle, Braukessel und Gärtanks so klein, dass sie fast wie Möbelstücke in Bannas uriger Diele wirken. Aber 400 Hektoliter hat er letztes Jahr abgesetzt – Tendenz steigend. Zwei Dutzend Gastronomien schenken sein Bier – das Pils, das Dunkle, das Bock- oder Altbier – aus. In der Adventszeit gibt es wieder „Glühbier“ mit Früchten. Bannas beschäftigt fünf Teilzeitkräfte und seit diesem Monat sogar einen Brauer-Azubi.

Trüb, herb, würzig

Und das Bier schmeckt. Etwa das Landbier: leicht trüb, etwas herb, würzig aber nicht aufdringlich. „In Bier darf gerne mal etwas Geschmack drin sein“, sagt Kunde Patrick Seelhorst aus Wildeshausen. Milder ist das „Bannas Spezial“. Seelhorst: „Das Spezial ist für die Frauenwelt.“

Brauer will wachsen

Noch ist Bannas nicht über den Berg. Um wirtschaftlicher zu arbeiten, müsste er mehr produzieren. Aber die Brauerei ist klein. Mehr brauen, Veranstaltungen auf die Beine stellen, in weiter Ferne eine eigene Gastronomie, lauten die Visionen. Klar ist: „Wir suchen was Neues.“ Ein Glück: Mit der Qualität des Bieres hat die Größe der Gärtanks aber nichts zu tun.

Bier eine Woche oder länger im Gärtank

Bannas will bleiben in der Gegend – so feines und mildes Wasser bekommt er sonst nirgendwo. Und er will auch den ländlichen Charakter seiner Brauerei behalten, die Ruhe genießen, wenn sein Bier eine gute Woche oder länger in den Gärtanks verweilt.

Vater und Großvater waren schon Braumeister, die dritte Generation wird weiter an ihrem Traum arbeiten und eine Handwerkskunst bewahren, mit der große Konzerne kaum noch etwas zu tun haben. Thomas Bannas braucht dafür nur Geduld – aber die hat er ja.


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