Delmenhorster Problemblöcke Stadt könnte Wolleparkblöcke 11-12 bis Winter schließen

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Delmenhorst. Die Lage für die Vermieter verschärft sich zusehends, bis zum Winter könnte die Stadt die beiden Wohnblöcke schließen – wo dann aber die 208 verbliebenen Bewohner leben sollen, ist noch unklar. Das ist eine Erkenntnis der Podiumsdiskussion, die die taz am Donnerstag im Slattery’s über die Delmenhorster Wohnblöcke Am Wollepark 11-12 nach dem Gas- und Wasserstopp durch die Stadtwerke im April und Mai veranstaltet hat.

„Was macht die Stadt mit den Leuten da?“ Die Frage des Moderators und Journalisten Klaus Wolschner an Fritz Brünjes, Fachbereichsleiter Planen und Bauen bei der Stadt, war nicht ganz zielgenau. Schließlich haben ja die Vermieter die Nebenkosten nicht weitergeleitet, worauf die Stadtwerke den Gas- und Wasserhahn abdrehten. Dennoch förderte die Frage eine interessante Antwort zutage: „Die Stadt hat versucht, sichere Zustände in den Wohnblöcken durchzusetzen, indem sie eine Brandwache eingesetzt hat.“ Wie Brünjes auf Nachfrage bestätigte, ist diese der alleinige Grund dafür, dass die Wohnungen dort überhaupt noch bewohnt werden dürfen. Wie berichtet, sorgt die Brandwache dafür, dass die nötigen Rettungswege freistehen und nicht mit Möbeln oder dergleichen verstellt sind, und erfüllt so nötige Brandschutzauflagen. 10.000 Euro pro Woche, so Brünjes, koste dies die Stadt.

Eigentümer sollen sich erklären – sonst könnte die Stadt die Blöcke schließen

Entscheidend ist also die Frage, wann und unter welchen Voraussetzungen die Stadt diese Wache wieder abzieht. „Derzeit laufen Anhörungsverfahren, in denen die Eigentümer erklären sollen, wie sie die Nutzung aufrecht erhalten wollen“, sagte Brünjes am Tag danach. Darin gehe es im Wesentlichen um Brandschutzvorschriften für die Gemeinschaftsflächen. Können die Eigentümer keine zufriedenstellende Antwort liefern und beheben sie die Mängel nicht, könnte die Brandwache abgezogen werden. „Dann muss die Stadt die Wohnungen schließen“, so Brünjes. Spätestens bis zum Winter solle diese Frage gelöst sein. Wo dann die aktuell 208 gemeldeten Bewohner leben sollen, ist aber fraglich. Laut dem Fachbereichsleiter hat die Stadt noch keine Vorbereitungen in dieser Frage getroffen. „Da geht es um das Thema Obdachlosigkeit. Die Stadt wird einspringen müssen“, hatte Brünjes bei der Diskussion prognostiziert. Dass eine Schließung kommt, davon geht er fest aus.

Diskussion läuft streckenweise ins Leere

Die Diskussion im Slattery‘s selbst, an der neben Brünjes auch die Wollepark-Quartiersmanagerin Erika Bernau, Pfarrerin und Diakonie-Vorstand Anne Frerichs und Bewohnervertreterin Elisabeth Moos, beteiligt waren, lief streckenweise ins Leere: Frerichs wies nachdrücklich auf das Versagen der Vermieter hin und sprach darüber, dass Integration nur schwer gelingt, wenn Einwanderer einer Gruppe geballt in einem Teil des Wolleparks unterkommen. Moos erinnerte an die anhaltende Müllproblematik im gesamten Areal verbunden mit der Aufforderung, diese endlich zu lösen (wofür es Applaus gab), und Bernau erzählte über zahlreiche Integrationsprojekte des Nachbarschaftsbüros. Eigentlich konnte nur Brünjes zur Sachlage in den Wolleparkblöcken 11-12 etwas beitragen.

Klagte über anhaltende Müll-Probleme im Wollepark: Bewohnervertreterin Elisabeth Moos. Foto: Frederik Grabbe


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