Sicherheit durch regionale Eier Kaum Auswirkungen des Fipronil-Skandals in Delmenhorst

Von Pia Sophie Laukart

Klarheit schaffen: Der Koopje-Markt in der Delmenhorster Innenstadt weist seit Anfang der Woche mit Schildern darauf hin, dass seine Eier nicht aus Holland kommen. Foto: Sonia VoigtKlarheit schaffen: Der Koopje-Markt in der Delmenhorster Innenstadt weist seit Anfang der Woche mit Schildern darauf hin, dass seine Eier nicht aus Holland kommen. Foto: Sonia Voigt

Delmenhorst. Mit Insektengift belastete Eier sind in Delmenhorst kein großes Thema. Örtliche Bäckereien, Lebensmittel- und Einzelhandelsketten müssen lediglich vereinzelt auf Skepsis reagieren.

Lokal kommen bisher kaum Nachfragen auf, ob sich ein mit dem Insektengift Fipronil belastetes Ei in den Backwaren befindet, berichten Delmenhorster Bäckereien. Eher fragen Kunden dort nach, wo Eier unverarbeitet zum Verkauf stehen, im Supermarktregal oder auf dem Wochenmarkt.

Kaum Probleme bei Bäckern

Zumindest in den großen Delmenhorster Bäckereien scheint der Fipronil-Skandal kein gravierendes Problem darzustellen. Antje Kubainsky, Geschäftsführerin der Bäckerei Krützkamp, beobachtet, dass sich Verbraucher in letzter Zeit generell intensiver damit beschäftigen, welche Produkte genau in ihrem Einkaufswagen landen und woher diese stammen. Fragen zur regionalen Herkunft sind demnach keine Seltenheit mehr. Allerdings zeugen sie – falls denn explizit welche gestellt werden – nicht von einer negativen Voreinstellung.

Ähnlich berichten die Kollegen von Haferkamp und Tönjes. Laut ihnen besteht keine Gefahr. Krützkamp konnte mithilfe zum Teil regionaler Lieferanten schnell ausschließen, dass die Bäckerei vom Fipronil-Skandal betroffen ist. Dem schließt sich Sabine Tönjes an. Im Falle Haferkamp stoppte der zuständige Lieferant selbstständig die Eierzufuhr und stellte binnen zwei Tagen sicher, dass nur noch gründlich überprüfte, zum Verzehr geeignete Eier das Lager verlassen.

Inhabergeführte Unternehmen vermitteln Sicherheit

Bis auf diesen Einzelfall bekommen Delmenhorster Bäckerkunden allerdings nichts von der Problemlage zu spüren. Prinzipiell könne man als Familienbetrieb glücklicherweise auf das Vertrauen der Kundschaft bauen, weiß Antje Kubainsky. Solche Skandale seien leider keine Ausnahme mehr. Ein inhabergeführtes Unternehmen vermittle dem Käufer in solchen Fällen aber weiterhin ein gewisses Gefühl von Sicherheit.

Supermärkte mussten teilweise handeln

Ihr Angebot ein wenig überarbeiten mussten vereinzelt größere Lebensmittel- und Einzelhandelsketten wie Kaufland. Die Regale seien mittlerweile frei von mit Fipronil in Kontakt getretenen Eiern, solche mit Mindesthaltbarkeitsdatum bis zum 18. August seien präventiv trotzdem aus dem Sortiment entfernt worden. Zurückbringen kann jeder unsichere Käufer die Ware ungeachtet dessen auch ohne Kassenzettel.

Supermärkte sind aber nicht grundsätzlich eher vom Fipronil-Skandal betroffen. Der Geschäftsführer von Inkoop, Bernd Oetken, bestätigt, dass für seine Filialen ausschließlich Eier von regionalen Lieferanten bezogen werden. Kunden hätten trotzdem verschreckt reagiert, als bekannt gemacht wurde, dass „Fipronil-Eier“ auch in Niedersachsen die Runde machen. Um dem entgegenzuwirken, setzt Inkoop jetzt auf gezielte und deutliche Aufklärung durch Schilder und Beschriftung.

Auffällig ist also, dass hauptsächlich beim direkten Eier-Kauf Bedenken auftreten. Sind die Eier schon verarbeitet worden, ist die Fragestellung weniger präsent. Zumindest lokal scheinen Unsicherheiten aber nicht begründet. Offiziell bestätigte das Bundesinstitut für Risikobewertung dies schon am 3. August, als es bekannt gab, dass die Menge an Fipronil in Eiern aus Niedersachsen zu gering sei, um die Gesundheit zu schädigen.