JHD-Chef reagiert empört Delmenhorster Klinik wehrt sich gegen anonyme Vorwürfe

Sieht sich anonymen Behauptungen ausgesetzt: Josef-Hospital in Deichhorst. Foto: Thomas BreuerSieht sich anonymen Behauptungen ausgesetzt: Josef-Hospital in Deichhorst. Foto: Thomas Breuer

Delmenhorst. Das Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) wehrt sich am 24. Juli 2017 mit aller Entschiedenheit gegen anonyme schriftliche Vorwürfe.

Das Josef-Hospital Delmenhorst (JHD) wehrt sich mit aller Entschiedenheit gegen anonyme schriftliche Vorwürfe, wonach das Krankenhaus am Rande der Pleite stehe, Gehälter demnächst nicht mehr gezahlt werden könnten und im künftigen City-Neubau die Bettenzahl drastisch reduziert werde. JHD-Chef Thomas Breidenbach reagierte nach Anfragen der Presse umgehend noch am Montag, 24. Juli, mit einem Rundschreiben an alle rund 1000 Mitarbeiter auf den Brandbrief und wies die Behauptungen mit großer Deutlichkeit zurück.

Massive Kritik an FDP

Zudem äußerte er massive Kritik an der Delmenhorster FDP, die das anonyme Schreiben am Dienstag, 25. Juli, in öffentlicher Sitzung aufgreifen will und das JHD und die Stadt „dringend zur Aufklärung“ ermahnt. „Die FDP scheint wieder einmal Kapital aus dem Thema Krankenhaus zu schlagen. Ich finde es wirklich fatal, dass eine kommunaltätige Partei wie die FDP auf Kosten der Patienten und Mitarbeiter Wahlkampf betreibt und so dem Krankenhaus massiv schadet“, bekräftigte Breidenbach.

MVZ nicht verkauft

In dem strittigen Brief ist auch die Rede vom Weggang „der gesamten Führungsmannschaft“ des JHD. Unter anderem wird der ehemalige ärztliche Direktor Dr. Wolfgang Pape als Beispiel herangezogen – der ist jedoch bereits vor vier Jahren in den Ruhestand gegangen, wie Breidenbach im dk-Gespräch bekräftigte. Weiterhin wird behauptet, dass das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) zwischen Bahnhof- und Westerstraße verkauft werden musste, „um finanzielle Löcher zu stopfen“. Jedoch sind weder das Gebäude, das sich im Eigentum der Stiftung St. Josef-Stift befindet, noch die JHD MVZ gGmbH, veräußert worden, wie Breidenbach versicherte.

Künftige Bettenzahl unverändert

Zum Insolvenz-Gerücht und zur finanziellen Lage des Josef-Hospitals bekräftigte der Geschäftsführer, „dass es dem Krankenhaus nach dem schädlichen Kommunalwahlkampf der FDP, dem Brand und dem Zusammenschluss finanziell den Umständen entsprechend gut geht.“ Die Anzahl der im künftigen Neubau geplanten Betten habe sich entgegen den anonymen Aussagen nicht verändert. Das zukünftige Krankenhausgebäude „wird definitiv zwischen 340 und 360 Betten zur Verfügung stellen“ und nicht nur 220 bis 250. Auch die voraussichtlichen Baukosten von 83 Millionen Euro seien nach wie vor fixer Bestandteil der Bauplanung. Im Oktober beginnen die Abrissarbeiten am künftigen Standort Mitte (ehemals Josef-Stift). Es sei auch keine Bürgschaft von ihm beantragt worden und es würden weder Fördergelder noch Aufbaumittel aus der Brandschutzversicherung zweckentfremdet. Des Weiteren sind weder die Volksbank noch die Landessparkasse in die Finanzierung des Neubaus eingebunden und könnten daher auch gar nicht wie behaupten Kreditlinien sperren. Nach dk-Informationen finanziert die Darlehenskasse Münster den JHD-Neubau.

Breidenbach wechselt nach Eisenach

Breidenbach scheidet im August als JHD-Chef aus und wird Geschäftsführer der St.-Georg-Klinik in Eisenach. Die Nachfolge übernimmt die EconoMedic AG mit Sitz in Bayreuth. Sie wird einen neuen Geschäftsführer benennen. Breidenbach bekräftigte gegenüber dem dk erneut, dass ausschließlich private Gründe zu seiner Entscheidung geführt hätten. Der Zeitpunkt sei jetzt richtig, weil sein Nachfolger noch Einfluss auf die Neubau-Planung nehmen könne.


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