Plätze für 38 Menschen in Delmenhorst 3,2 Millionen Euro für mehr Teilhabe von Behinderten

Direkt vor der Haltestelle Brauereiweg entsteht an der Friedensstraße ein neuer Wohnbau für Menschen mit Behinderungen durch die Diakonie Himmelsthür. Foto: Frederik GrabbeDirekt vor der Haltestelle Brauereiweg entsteht an der Friedensstraße ein neuer Wohnbau für Menschen mit Behinderungen durch die Diakonie Himmelsthür. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. 38 Unterbringungen für Menschen mit Behinderungen sollen über die Diakonie Himmelsthür in Delmenhorst entstehen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, Behinderten besser am Leben teilhaben zu lassen. Zwei Projekte in Delmenhorst gehen aber mit Verzögerung an den Start.

Mit großem Aufwand baut die Diakonie Himmelsthür in diesen Tagen neue Wohnräume für Menschen mit Behinderungen in Delmenhorst. Insgesamt entstehen drei Wohnhäuser in der Stadt, zwei an der Friedensstraße und eines an der Amundsenstraße. Allerdings verzögert sich in beiden Vorhaben, die zusammen 3,2 Millionen Euro kosten, die Fertigstellung. Das größere Projekt an der Friedensstraße in Bungerhof sollte ursprünglich im Sommer 2017 fertiggestellt werden. Stattdessen ziehen die Bewohner wohl erst im Oktober ein, teilte Projektleiter Philipp von Au auf Nachfrage mit.

Im Oktober sollen 24 Menschen an die Friedensstraße ziehen

In Bungerhof geht der Bau mittlerweile wieder gut voran, nachdem Anfang des Jahres ungünstige Witterungsverhältnisse für Verzögerungen gesorgt hatten“, berichtet von Au. Anfang Oktober soll alles für den Einzug der 24 Menschen mit hohem Pflege- und Assistenzbedarf bereit sein, so der Projektleiter. Das größere beiden Gebäude bietet mit zwei Obergeschossen 16 Personen Platz, dort gibt es zudem rollstuhlgerechte Duschbäder und ein großes Pflegebad. Acht ziehen in zwei Wohngemeinschaften ins kleinere Haus. 2,1 Millionen Euro kostet der Bau auf dem früheren Grundstück der anliegenden Kirchengemeinde, 250.000 Euro Fördergeld stammt dabei vom Diakonischen Werk Niedersachsen, weitere 200.000 Euro kommen von der Aktion Mensch.

14 Wohnungen werden an der Amundsenstraße entstehen

Ein zweites mit einem Neubau versehenes Wohnprojekt plant die Diakonie Himmelsthür in einem zweistöckigen Gebäude an der Düsternorter Amundsenstraße für 14 Personen mit hohem Unterstützungs- oder Pflegebedarf. Auch hier haben sich die Arbeiten um zwei bis drei Monate verzögert, weil diese erst beginnen sollen, wenn die Bauten an der Friedensstraße weitestgehend abgeschlossen sind, sagt von Au. Nun soll der Spatenstich im August erfolgen. Unter anderem zwei Sechserwohngemeinschaften teilen sich in dem barrierefreien und mit einem Fahrstuhl versehenen Bau den Platz. 1,28 Millionen Euro kostet die Errichtung, wie in Bungerhof fördern das Diakonische Werk Niedersachsen (200.000 Euro) und die Aktion Mensch (250.000 Euro) das Wohnprojekt.

Als Drittes ist ein Wohnprojekt der Einrichtung in GSG-Wohnungen an der Düsternortstraße zu nennen, das seit 2014 sieben Wohnungen bereitstellt.

Kleinteilige Wohnungen für eine bessere Teilhabe

Die drei Wohnprojekte der Diakonie Himmelsthür mit Sitz in Wildeshausen gehen auf den sogenannten 2009 ins Leben gerufenen Konversionsprozess zurück, in dem Träger der Behindertenhilfe in Niedersachsen Menschen mit Behinderungen ermöglichen wollen, „gleichberechtigt am Leben in der Gemeinschaft teilzuhaben und ihr Recht auf Selbstbestimmung auszuüben“, erklärt von Au. Praktisch hat das zur Folge, dass Großeinrichtungen in kleinere, dezentrale Wohneinheiten aufgeteilt werden. Im Falle der Diakonie Himmelsthür in Wildeshausen wird auf diesem Wege die zentrale Unterbringung an der Dr.-Klingenberg-Straße mit früher 240 Behinderten, laut von Au eine frühere Lungenheilanstalt, Schritt für Schritt aufgelöst. Dezentrale Wohnungen, sind auch im Landkreis, in Kirchweyhe oder in Vechta entstanden oder geplant. In Delmenhorst sollen so letztendlich 38 Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen entstehen.


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