zuletzt aktualisiert vor

G20 in Hamburg Delmenhorster Demonstranten: „Polizei hat Grundrechte verletzt“

Von Frederik Grabbe

Delmenhorster Vertreter linker Bewegungen beim G20-Gipfel in Hamburg werfen der Polizei provozierendes Verhalten vor. Sie sehen zudem eine unausgewogene Berichterstattung. Symbolfoto: Axel Heimken/dpaDelmenhorster Vertreter linker Bewegungen beim G20-Gipfel in Hamburg werfen der Polizei provozierendes Verhalten vor. Sie sehen zudem eine unausgewogene Berichterstattung. Symbolfoto: Axel Heimken/dpa

Delmenhorst. Delmenhorster Vertreter linker Bewegungen beim G20-Gipfel in Hamburg werfen der Polizei provozierendes Verhalten vor. Sie sehen zudem eine unausgewogene Berichterstattung.

Völlig unangebrachte Provokationen beim G20-Gipfel in Hamburg werfen Delmenhorster Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), des Türkischen Arbeitervereins, der SPD und der Linken den Polizeikräften vor. Mitglieder dieser Gruppen waren vergangene Woche in Hamburg und beteiligten sich am globalisierungskritischen Protest.

„Polizei hat sich provokant verhalten“

„Pausenlos flogen Helikopter über uns hinweg oder fuhren Polizeiautos umher. Die Polizisten wollten Präsenz zeigen und waren im Umgang mit Demonstranten selbst fernab jeglicher Krawalle sehr grob“, schilderte Ayan Zeytin vom Arbeiterverein seine Eindrücke. Für ihn ist klar. „Die Polizei hat sich provokant verhalten.“ Auch Edith Belz und Hartmut Rosch von der Linken beschrieben ein „abschreckendes Verhalten“ durch Polizisten. „Nach der Ankunft am Bahnhof hat die Polizei uns aufgeteilt, um den Protest besser kontrollieren zu können. An uns friedlichen Demonstranten sollte gezeigt werden, was Staatsmacht ausmacht“, sagt Rosch und bilanziert: „Was dort gemacht wurde, widerspricht dem Versammlungsrecht. Die Polizeiführung hat Grundrechte verletzt.“

Gleichzeitig machen die Beteiligten deutlich, dass sie die Krawalle zum Gipfel schärfstens verurteilen. Jedoch sehen sie linkspolitische Bewegungen in Misskredit gezogen, wenn über „Linke Autonome“ gesprochen werde, die angeblich hinter den Krawallen gestanden hätten. Verbindungen zwischen Unruhestiftern und linken Autonomen herzustellen, sei ungerechtfertigt und unangemessen, so Belz.

„Mehrheitlich friedlicher Protest hat wenig Beachtung gefunden“

Uwe Helfrich und Klaus Pohl vom DGB in Delmenhorst bemängelten an der Berichterstattung über den Gipfel, der inhaltlich nicht die geringsten politischen Ergebnisse gebracht hätte, dass der Fokus der Medien zu sehr auf den Krawallen, nicht aber auf dem mehrheitlich friedlichen Protest gelegen hätte.