Armut-Reihe in Markthalle beendet Delmenhorst: Jeder erhält ein Stück Kuchen

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Kuchen für alle: Kuchen satt gab es zum Abschluss der Reihe „Mein Stück vom Kuchen“ in der Markthalle. Im Bild sind Kinder des Spielhauses Beethovenstraße zu sehen. Foto: Frederik GrabbeKuchen für alle: Kuchen satt gab es zum Abschluss der Reihe „Mein Stück vom Kuchen“ in der Markthalle. Im Bild sind Kinder des Spielhauses Beethovenstraße zu sehen. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. Nach einer Vielzahl von Veranstaltungen zum Thema Armut ist am Donnerstag die Reihe „Mein Stück vom Kuchen“ des Bündnisses „Akima“ mit einer Kaffeetafel zu Ende gegangen. Der Regen verhagelte allerdings einen großen Publikumsandrang.

Eigentlich war der Wolkenbruch am Donnerstagnachmittag ein wenig unwürdig für das Ende der Veranstaltungsreihe. Seit Februar machte das „Aktionsbündnis im Austausch“ (Akima) unter dem Titel „Mein Stück vom Kuchen“ auf das Thema Armut aufmerksam. Zum Abschluss sollte am Donnerstag bei einer großen Kaffeetafel jeder Besucher auf dem Rathausplatz kostenfrei sein Stück vom Kuchen erhalten. Der Regen drängte die Organisatoren in die Markthalle, der Anklang hielt sich in Grenzen. Dennoch waren die Macher zufrieden mit dem Abschluss der Reihe, zu dem ein noch einmal genauer informiert werden soll.

Forderung: Gesellschaft soll Armut besser bekämpfen

„Unser Ziel war es, das Thema Armut in die öffentliche Diskussion zu bringen. Das ist uns gelungen“, sagte Petra Quade von der Koordinierungsstelle Kinderschutz. „Wir haben verschiedene Aspekte wie Kinderarmut oder Frauenarmut beleuchtet und Impulse gegeben.“ Für Sabine Conrady aus dem Familien- und Kinderservice-Büro war eine wichtige Erkenntnis, dass Reichtum sich auch in der Familie zeigt, und nicht nur in der Menge an Geld, die man besitzt.

Quade: „Was sich nun politisch ändert, wird sich zeigen.“ Seitens der Politik habe Quade erfahren, dass sich nun das Interesse der Ratsparteien an der Armut in Delmenhorst gesteigert habe. Dass nun – sei es durch die Politik oder durch das Ehrenamt – etwas passieren muss, um die Armut in der Stadt noch besser zu bekämpfen, liege für sie auf der Hand, formuliert sie eine deutliche Erwartungshaltung.

Ausgangspunkt der Veranstaltungsreihe war eine Studie der Bertelsmann-Stiftung eine Studie aus dem Jahr 2016, wonach in Delmenhorst mehr als 30 Prozent der Kinder und Jugendlichen in Familien mit Hartz-IV-Bezug leben – im Bundesschnitt waren es 14,7 Prozent. Daraufhin appellierte der Kinderschutzbund in einem offenen Brief an den Rat der Stadt, mehr für soziale Gerechtigkeit zu tun.

(Weiterlesen: Kinderarmut in Delmenhorst – Kinderschutzbund setzt auf Rat)


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