43-Jähriger angeklagt Opfer haben Angst nach Einbrüchen in Delmenhorst

Von Ole Rosenbohm

Einen Prozess verkürzenden Deal – vier bis viereinhalb Jahre Haft – lehnte der Angeklagte am Montag ab: zu hoch. Er trägt noch eine zehnmonatige Bewährungsstrafe aus einem anderen Prozess in diesen Prozess. Archivfoto: DeekenEinen Prozess verkürzenden Deal – vier bis viereinhalb Jahre Haft – lehnte der Angeklagte am Montag ab: zu hoch. Er trägt noch eine zehnmonatige Bewährungsstrafe aus einem anderen Prozess in diesen Prozess. Archivfoto: Deeken

Delmenhorst/Oldenburg. Einbruchsopfer verlieren nicht nur Geld, sie haben auch oft mit gravierenden psychischen Folgen zu kämpfen. Derzeit zeigt sich das in einem Prozess vor dem Oldenburger Landgericht gegen einen 43-Jährigen, dem 18 Einbrüche in Bremen, Stuhr und Delmenhorst zur Last gelegt werden.

Am Montag sagten Opfer aus: Manche können selbst eineinhalb Jahre nach der Tat nicht ruhig schlafen. Das berichtete etwa eine Bremerin, die mit ihrem Mann beim Nachhausekommen am frühen Abend im vergangenen November ein kaputtes Fenster, offene Schränke und zerwühltes Eigentum vorfand. Weil sich die Spurensicherung der Polizei erst für den nächsten Tag ankündigte, musste das Ehepaar die Wohnung im verwüsteten Zustand belassen. Sehr belastend sei das gewesen, sagte sie. Und heute noch werde ihr Mann nachts wach, wenn er etwas gehört zu haben glaubt. „Dann steht er auf und sieht nach.“ Andere Opfer berichteten von Ängsten bis ins Umfeld: Nicht nur sie hätten ein „immer noch mulmiges Gefühl“, sagte eine Frau: Nach dem Einbruch bei ihr hätten die Nachbarn Stacheldraht an ihre Gartenzäune angebracht.

Taten in der dunklen Jahreszeit

Verübt haben sollen der Mann und zwei andere die Taten in der dunklen Jahreszeit: erst im Januar und Februar 2016, dann im November. Oft hebelten der oder die Täter Terrassentüren auf oder stiegen durchs Fenster ein. Die Beute: Bargeld, Elektrogeräte, Pelze und ausgesucht teurer Schmuck – der billige blieb im Haus.

Polizei früh auf der richtigen Spur

Die Polizei war dem Angeklagten offenbar schon während der ersten Einbruchsserie auf den Fersen. Doch der 43-Jährige reiste aus, möglicherweise in sein Heimatland Albanien. Als er wieder auf der Bildfläche auftauchte, setzte die Polizei die Observation fort. Nach einem Tag mit vier Einbrüchen hintereinander erfolgte dann im November 2016 die Verhaftung – die Beute aus diesem Tag war noch im Auto. Von den beiden mutmaßlichen Mittätern ist einer auf der Flucht, der Fall des dritten Mannes wird demnächst vor dem Delmenhorster Schöffengericht verhandelt.

Vorschlag des Gerichts abgelehnt

Zehn Verhandlungstage sind zunächst angesetzt. Einen Prozess verkürzenden Deal – vier bis viereinhalb Jahre Haft – lehnte der Angeklagte am Montag ab: zu hoch. Er trägt noch eine zehnmonatige Bewährungsstrafe aus einem anderen Prozess in diesen Prozess.