Gegen Abkürzer und Raser Delmenhorst bremst Schleichweg in Kantstraße aus

Mit diesen Baken am Fahrbahnrand will die Stadt die Kantstraße für Durchgangsfahrer unattraktiv machen. Foto: Melanie HohmannMit diesen Baken am Fahrbahnrand will die Stadt die Kantstraße für Durchgangsfahrer unattraktiv machen. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Gegen Abkürzer und Raser: Die Stadt Delmenhorst hat auf der am meisten belasteten Schleichverkehrstraße zusätzliche Hindernisse am Fahrbahnrand aufgestellt.

Die Kantstraße im Stadtteil Deichhorst zwischen der Dwoberger Straße und der Oldenburger Straße gilt als eine der am meisten als Schleichweg missbrauchten Wohnstraßen in Delmenhorst. Jetzt hat die Stadt nach anhaltenden massiven Anwohnerbeschwerden bauliche Maßnahmen ergriffen, um die abkürzenden Autofahrer auszubremsen. Der städtische Baubetrieb hat zusätzliche Barrieren (rot-weiße Baken und Markierungen) aufgestellt, um Schleichverkehre zwischen den beiden Hauptstraßen zu behindern.

Nerviger Slalom für Autofahrer

Auf dk-Nachfrage teilte die Stadt mit, dass „unter anderem die geografische Lage der Kantstraße im Verkehrsnetz“ Grund für die abkürzenden Verkehre sei. Autofahrer nutzen die Verbindung trotz Tempo-30-Beschränkung, um Wartezeiten an der Ampelkreuzung Oldenburger/Dwoberger/Brauenkamper Straße zu umgehen. Die jetzt ergriffenen Maßnahmen gehen laut Stadtsprecher Timo Frers schließlich auf einen Beschluss der Verkehrssicherheitskommission zurück. Zuvor habe es bereits im vergangenen Jahr entsprechende Abwägungen und Ortstermine gegeben. Mit den zusätzlichen Baken auf beiden Seiten der Kantstraße sind die Autofahrer zu mehr Slalomfahrten gezwungen und werden bei Gegenverkehr mehrfach ausgebremst, was wiederum Wartezeit bedeutet. Zu den Kosten machte die Stadt keine Angaben.

Anwohner: Massive Tempoverstöße

Selbstverständlich seien die Anwohner eingebunden worden, bekräftigte Frers. Diese hätten seit Langem darauf hingewiesen, „dass die Kantstraße vom Durchgangsverkehr fehlgenutzt werde und massive Geschwindigkeitsverstöße aufträten“. Raser gebe es aber nur in Einzelfällen, wie die regelmäßigen Geschwindigkeitsmessungen der Stadt belegt hätten. Somit wirke der Überwachungsdruck hier wie auch andernorts. Die hohe Verkehrsmenge von bis zu 1800 Fahrzeugen am Werktag zeige dagegen, dass sogenannter „Schleichverkehr“ auftritt. Sie entspreche „nicht dem Nutzungsgefüge des durch die Kantstraße und deren Nebenstraßen erschlossenen Stadtbereichs“, sondern liege deutlich darüber. Insofern „wurde in diesem besonderen Fall die Maßnahme entsprechend vollzogen“.

Stadt macht für Kantstraße Ausnahme

Ähnliche Maßnahmen für andere, ebenfalls von Schleichverkehr betroffene Straßen in Delmenhorst gebe es nicht. In der Kantstraße sei eine bereits im Jahr 2005 eingerichtete Maßnahme „ausnahmsweise noch ergänzt worden“. Auch – und vor allem in Tempo-30-Zonen – werde regelmäßig überall im Stadtgebiet stichprobenhaft überwacht. Noch weitergehenden Forderungen von Anwohnern an der Kantstraße zur Verkehrsberuhigung werde die Stadt nicht nachkommen.

Unattraktiv für Autofahrer

Frers bekräftigte: „Die jetzt ergriffene Maßnahme erhöht den Widerstand in der Straße für den Verkehr und macht sie für den geschilderten Durchgangsverkehr unattraktiver. Der Fachdienst Verkehr wird zu gegebener Zeit die Verkehrsmenge erneut überprüfen.“


Gibt es weitere stark von Schleichverkehr betroffene Wohnstraßen in Delmenhorst oder auch Ganderkesee? Rufen Sie uns an oder schreiben Sie uns eine E-Mail unter Telefon (04221)156122 beziehungsweise an redaktion@dk-online.de

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