Mehraufwand an Zeit und Geld Asbest-Untersuchungen verzögern Bauarbeiten in Delmenhorst

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Symbolfoto: dpaSymbolfoto: dpa

Delmenhorst. Asbest war vor Jahrzehnten ein gefragter Werkstoff. Bei der Sanierung städtischer Gebäude wirft er in Delmenhorst zunehmend Probleme auf – und verursacht nicht unerhebliche Kosten.

Mögliche Asbestgefahr und neue Vorgaben, wie damit umzugehen ist, wirken sich in wachsendem Ausmaß auf Bauarbeiten in öffentlichen Gebäuden aus. Weil Asbestfasern als krebserregend gelten, hatte die Oberfinanzdirektion Niedersachsen im laufenden Jahr bereits eine Handlungsempfehlung erlassen, die Durchbrüche und Bohrlöcher in städtischen Gebäuden ohne vorherige Untersuchung untersagte.

Faser kann in Wandputz und Fliesenkleber stecken

Im Vorfeld vieler Arbeiten muss laut Andreas Tensfeldt, zuständiger Fachbereichsleiter bei de Stadtverwaltung, jetzt ein Gutachten erstellt werden, das aufzeigt, ob etwa ein Wandputz oder ein Fliesenkleber asbesthaltig ist und wie sich dies im Verbund mit neuen Materialien auswirkt.

2017 schon Dutzende Proben veranlasst

„Das machen wir jetzt für jede größere Maßnahme“, sagte Tensfeldt in der jüngsten Sitzung des Wirtschafts- und Finanzausschusses des Stadtrates. Nach seinen Worten sind im laufenden Jahr bereits Proben für 70 Baumaßnahmen in 43 Liegenschaften angelegt und untersucht worden. Er rechnet für das laufende Jahr mit einem Kostenaufwand von etwa 85.000 Euro.

Maßnahmen werden künftig länger dauern

Tensfeldt führte aus, dass die Entnahme der Proben etwa ein bis zwei Tage beanspruche und die Untersuchung im Labor zwischen drei und vier Wochen. „Erst dann steht fest, ob ein Wandputz Asbest enthält“, so Tensfeldt. „Man muss damit rechnen, dass Maßnahmen mehr Zeit in Anspruch nehmen und teurer werden.“

Für jedes geplante Bohrloch, so Tensfeldt, müsse aber kein Gutachten eingeholt werden. Hier würde städtisches Personal entsprechend sensibilisiert und geschult.

Probleme mit Asbest auch bei Umbauten in Kaserne

Probleme mit Asbest gibt es laut Fachbereichsleiter etwa im Westbereich der Kaserne im Zuge des andauernden Umbaus für Flüchtlinge. Dort seien durch die Untersuchungen bereits 30.000 Euro an Kosten aufgelaufen, die allerdings vom Bund ersetzt werden.


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