Gartenserie Querbeet: Kita St. Paulus Delmenhorster Kita-Kinder pflanzen Paprika fürs Buffet

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Delmenhorst. Seit gut drei Jahren pflanzen Drei- bis Sechsjährige in der Kita St. Paulus ihr eigenes Gemüse an. Das Gartenprojekt ist ein beliebtes Angebot, nicht nur zu Erntezeit. Es soll den Kindern zeigen, wo die Zutaten für ihr gesundes Frühstücksbuffet herkommen.

Langsam balancieren die sechs Kinder mit ihren Paprika-Sprösslingen die Stufen in den Garten der evangelischen Kindertagesstätte St. Paulus hinunter, sorgfältig darauf bedacht, die dünnen Stängel nicht abzuknicken. Dicht an dicht stellen sie die jungen Pflanzen mitten ins noch leere Gemüsebeet. „Meint ihr, die Pflanzen können so gut wachsen?“, fragt Erzieherin Almut Harde. „Sie brauchen mehr Platz und ein bisschen Schutz“, hilft sie den ratlos schauenden Nachwuchsgärtnern auf die Sprünge. „Schutz vor Regen“, kombiniert der sechsjährige Jason und rückt seinen Blumentopf von den anderen weg, näher an die Hauswand.

Gartenprojekt zeigt, dass Tomaten nicht im Lidl-Regal wachsen

Für die Gartenarbeit haben die Drei- bis Sechsjährigen sich in der Angebotszeit bewusst entschieden. Seit gut drei Jahren zählt das Gartenprojekt zu den Angeboten im teiloffenen Konzept der Kita am Wacholderweg. Den Anstoß gab das gesunde Frühstücksbuffet, mit dem die Einrichtung jeden Morgen aufwartet. „Manche Kinder haben zuhause einen Gemüsegarten, aber andere wussten gar nicht richtig, wo die Tomaten und Paprika auf unserem Buffet herkommen – außer von Lidl“, sagt Almut Harde, die auf Erzieher-Seite die Schaufel in der Hand hat. Jetzt gibt es jeden Sommer selbst geerntetes Gemüse und neuerdings auch Obst.

Kinder übernehmen das Pflanzen, Jäten und Gießen

So weit ist es aber noch lange nicht. Während Henri (5) und Rian (4) begeistert Löcher für ihre kleinen Gewächse buddeln, fragt die Erzieherin in die Runde: „Was braucht die Paprikapflanze denn außer Erde?“. „Sonne und Wasser“, weiß die fünfjährige Leonie. „Vom Regen“, ergänzt Jason. Aber ein Blick an den Himmel zeigt, dass der nicht in Sicht ist. Nach einem Tipp ihrer Kindergärtnerin ziehen die beiden daher los, um eine Gießkanne zu füllen. Anschließend wässern alle kleinen Gärtner „ihr“ Pflänzchen und geben ihm mit Pflanzstäben und Clips Halt. Ali (5) sticht dabei Gekrabbel auf der frisch umgegrabenen Erde ins Auge. „Eine Assel“, erklärt Almut Harde, „aber die lassen wir jetzt mal in Ruhe.“

Erntezeit ist der Höhepunkt

Neben den Paprika sollen noch Gurken, Kohlrabi und Tomaten Einzug ins Gemüsebeet halten. Ein Hochbeet bietet Platz für Radieschen und Karotten. Und an vier neuen Sträuchern sollen die Kinder bald Brombeeren, Himbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren ernten. Beim kompletten Umgraben vor der Pflanzzeit hilft der Hausmeister. „Aber das Jäten, Pflanzen und alles andere machen wir selbst“, sagt Almut Harde. Tatkräftige Unterstützung zu finden ist dabei nicht schwer, das Garten-Angebot ist beliebt. „Manche Kinder helfen immer wieder mit, bei anderen bin ich überrascht, dass sie in den Garten wollen“, erklärt die Kindergärtnerin. Höhepunkt ist auf jeden Fall die Erntezeit – und wenn die eigenen Tomaten beim Frühstücksbuffet gleich nochmal so gut schmecken.


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