Kein Diebstahl-Hotspot mehr Delmenhorst hat höchste Aufklärungsquote bei Raddiebstählen

Von Eyke Swarovsky

Die Schilder-Aktion „Fahrraddieb, wir sehen dich“, wie hier am Wallplatz, zeigt Wirkung. Foto: Frederik GrabbeDie Schilder-Aktion „Fahrraddieb, wir sehen dich“, wie hier am Wallplatz, zeigt Wirkung. Foto: Frederik Grabbe

Delmenhorst. In Delmenhorst werden noch immer vergleichsweise viele Fahrräder gestohlen. Dafür glänzt die Polizei mit der bundesweit höchsten Aufklärungsquote. Präventionsmaßnahmen funktionieren.

Jede Stunde werden in Deutschland 38 Fahrräder gestohlen. Und neun von zehn gestohlenen Rädern bleiben für immer verschwunden. Dies berichtet eine aktuelle Studie des Internetvergleichsportals „billiger.de“, die sich auf Zahlen aus dem vergangenen Jahr stützt.

Platz neun im bundesweiten Vergleich

Die Studie zeigt: Im bundesweiten Vergleich von 160 Städten belegt Delmenhorst bei 1192 Fahrraddiebstählen hochgerechnet auf 100.000 Einwohner (910 Diebstähle absolut in 2016) den neunten Platz. Damit gilt die Stadt als Diebstahlhochburg und landet direkt hinter Oldenburg (Platz 8) und noch vor Bremen (11). Gleichzeitig wird mit 33,7 Prozent in Delmenhorst die höchste Aufklärungsquote im ganzen Land vermeldet (Bundesschnitt: 8,8 Prozent). Jedes dritte Rad fand hier im vergangenen Jahr also zu seinem Besitzer zurück.

Fahndungserfolg hatte große Wirkung

Die hohe Quote hat Gründe, erklärt Polizeisprecher Andre Wächter auf Anfrage unserer Zeitung: „Ein hoher Anteil der Fahrraddiebstähle im Jahr 2016 war auf die Aktivitäten einer einzelnen Tätergruppe zurückzuführen. Die Gruppe entwendete zahlreiche Fahrräder im Stadtgebiet und brachte diese nach Polen.“ Drei Mitglieder dieser Bande waren im Juni nach eineinhalb Jahren Ermittlungsarbeit an der polnischen Grenze gefasst worden. Sie wurden inzwischen alle zu Haftstrafen zwischen eineinhalb und dreieinhalb Jahren verurteilt.

Erfreuliche Entwicklung auch in diesem Jahr

„Nach Festnahme dieser Männer ging die Zahl der bekannt gewordenen Fahrraddiebstähle im zweiten Halbjahr 2016 um mehr als die Hälfte zurück“, sagt Wächter. Auch für das laufende Jahr zeichne sich bereits eine weitere Reduzierung der Fallzahlen ab. „Bisher liegt der Wert hier unterhalb der im selben Zeitraum der Vorjahre erfassten Zahlen. Konkrete Zahlen können wir jedoch erst mit der Veröffentlichung der polizeilichen Kriminalstatistik für das Jahr 2017 bekannt geben“ schildert Wächter die erfreuliche Entwicklung.

Keine Diebstahl-Hotspots mehr

Die Polizei geht davon aus, dass 2016 zwei Drittel der Diebstähle auf Einzelpersonen zurückgehen. Hinter dem restlichen Drittel stehen laut Wächter organisierte Banden, die auch für die Diebstahl-Hotspots am Jute-Center sowie zwei Einkaufsmärkten an der Stedinger und Bremer Straße verantwortlich waren. „Derzeit sind aber keine Hotspots mehr erkennbar“, sagt Wächter.

Schilder-Aktion zeigt Wirkung

Auch die präventiv angebrachten Schilder der Aktion „Fahrraddieb, wir sehen dich!“ zeigen laut Wächter Wirkung. „Wir konnten an den Orten einen Rückgang der Zahlen verzeichnen. Dennoch ist es derzeit nicht geplant, weitere Schilder anzubringen, um einen Gewöhnungseffekt durch Abnutzung der Botschaft zu vermeiden.“