Karaoke-Komödie in Delmenhorst „Tussipark“ zeigt schlüpfrige Männerkritik mit schiefem Gesang

Von Jasmin Johannsen

Mädelsabend in der Tiefgarage: (v. li.) Dorothea Maria Kriegl, Heidi Jürgens, Jasmin Wagner und Beatrice Kaps-Zurmahr überzeugten mit viel Spielfreude und schiefen Gesangseinlagen. Foto: Jasmin JohannsenMädelsabend in der Tiefgarage: (v. li.) Dorothea Maria Kriegl, Heidi Jürgens, Jasmin Wagner und Beatrice Kaps-Zurmahr überzeugten mit viel Spielfreude und schiefen Gesangseinlagen. Foto: Jasmin Johannsen

Delmenhorst. Karaoke-Hits und jede Menge Weisheiten über die Männerwelt: Am Mittwoch lud das Frauenensemble der musikalischen Komödie „Tussipark“ rund um Jasmin Wagner zum spaßigen Mädelsabend ins Kleine Haus ein.

„Du hast das gleiche Problem wie mein Mann im Bett: Dir fehlt es an Härte!“ – Das vermeintliche starke Geschlecht hatte am Mittwochabend im Kleinen Haus einiges auszuhalten. Mit derben Sprüchen zielte die Karaoke-Komödie „Tussipark“ (Regie: Christian Kühn) treffsicher auf die Schwächen der Männerwelt. Die rund 300 Zuschauer zeigten sich begeistert von der schwungvollen Darbietung des Ensembles rund um Ex-„Blümchen“ Jasmin Wagner und revanchierten sich immer wieder Szenenapplaus und begeisterten Pfiffen.

Schauplatz der schlüpfrigen Wortgefechte ist die Tiefgarage eines Einkaufscenters. Hier treffen sich vier grundverschiedene Frauentypen, die eines eint: Sie alle sind restlos von der Männerwelt enttäuscht. Da sind Grit (Beatrice Kaps-Zurmahr), der hochschwangere Prototyp einer gestressten Mutter, und ihre alte Schulfreundin Wanda (Jasmin Wagner), die ihren Bräutigam wegen eines vermeintlichen Seitensprungs vor dem Traualtar verlässt. Sie treffen auf die dümmliche Jennifer (Dorothea Maria Kriegl), die gerade von ihrem Chef und Liebhaber gefeuert wurde und auf die männerverschlingende Geschäftsfrau Pascaline (Heidi Jürgens).

Geheimnisse einer wilden Nacht

Die vier Chaostanten beschließen, die Nacht durchzumachen, werfen sich Pillen gegen Schwangerschaftsdemenz ein und nach einem Filmriss müssen die Gedächtnisfetzen wieder zusammengesetzt werden. „Sex and the City trifft auf Hangover“, hieß es in der Ankündigung und damit wurde nicht zu viel versprochen. Die vier Damen lästerten über die Männerwelt („Die Idealmaße eines Mannes? 80-60-42! – 80 Jahre alt, 60 Millionen auf dem Konto und 42 Grad Fieber“), sangen sich nebenbei den Frust von der Seele. Zum Schluss konnte nur noch ein verwackeltes Handyvideo die Geheimnisse der wilden Nacht lüften.

Ein rasantes Boulevardstück, in dem die „Tussis“ als uneitle Komödiantinnen überzeugen. Allen voran Dorothea Maria Kriegl, die die einfältigen Jennifer mit viel Spielfreude und Elan verkörperte. Ihre Wortverdreher á la „Konservation? – Das bedeutet Gespräch!“ sorgten in den Publikumsreihen für besonders viele Lacher. Unterbrochen wurden die wortstarken Dialoge nur durch Karaoke-Hits wie „Girls just want to have fun“, die auch mit noch so schrägen Stimmen geschmettert wurden. Besonderer Höhepunkt für das überwiegend ältere Publikum: Ein „Helene-Fischer-Medley“, das in Paillettenkleidern serviert wurde und die Zuschauer nicht nur zum Mitsingen, sondern auch zum Tanzen animierte.


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