Komiker zu Gast in Delmenhorst Schlagfertiger Alain Frei sinniert mit Witz über sein Leben

Von Jasmin Johannsen

Alain FreiAlain Frei

Delmenhorst. Lustiges und Tiefsinniges: Comedian Alain Frei hat am Donnerstagabend bei seinem Auftritt in der Divarena die richtige Comedy-Mischung gefunden. Das Publikum dankte mit johlendem Applaus.

„Buxtehude gibt es wirklich?“, zeigte sich der Comedian Alain Frei am Donnerstagabend in der Divarena verblüfft. „Ich habe immer gedacht, das wäre nur eine Redewendung!“ Der Schweizer war nach Delmenhorst gekommen um sein Programm „Alle Menschen sind anders… gleich!“ vorzustellen und hatte mit diesem Spruch über die norddeutsche Stadt schon ganz zu Beginn des Abends die ersten Lacher auf seiner Seite.

Vor rund 100 Zuschauern erklärte Frei, was ihm an seinen deutschen Nachbarn alles spanisch vorkommt. Da wären zum einen die harten deutschen Wörter („Bei uns heißt der Knecht Ruprecht ‚Schmunzli‘“), zum anderen die Musik. Mit deutschem Hiphop á la „Haftbefehl“ könne der 33-Jährigen nichts mehr anfangen. „Das kann zwar auch an meinem Alter liegen, aber ich glaube, wir Schweizer sind einfach zu nett Gangsta-Rap“, stellt der Comedian klar. „In der Schweiz haben wir nur einen einzigen Gangsta-Rapper und das ist DJ Bobo!“

Eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle

Ob seine Erfahrungen als Dauersingle („Frauen mit ‚Du bist geil‘ anzusprechen kommt nicht wirklich gut an“), die Ratschläge der überbesorgten Mutter („Trinkst du denn auch genug?“) oder die besonderen Momente mit dem kleinen Neffen („Ich will ein Vorbild für ihn sein, deswegen trage ich nur Anzug, wenn ich bei ihm bin“) – Der Schweizer plauderte ganz frei über sein Privatleben. Mit dieser Situationskomik gelang Frei alle paar Sekunden eine Pointe. Das kam beim Publikum gut an, davon überzeugte der immer wieder erklingende Applaus.

Bei den härteren Sprüchen blieb den Zuschauern dann aber doch schon mal das Lachen im Halse stecken. „Keine Sorge, das ist einfach Kabarett, wenn ihr nicht lacht“, rettet Frei die Situation. „Das ist heute Abend ja eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle!“ Es sind diese Momente abseits des einstudierten Programms in denen Frei am meisten überzeugt. Die schlagfertige Interaktion mit dem Publikum gelang dem Schweizer spielerisch und gerade deswegen war sie überhaupt nicht anstrengend, sondern kreiert eher einen intimen und freundschaftlichen Rahmen.

Persönliches zum Schluss

Nachdenklich wurde es dann noch einmal zum Schluss: Frei erzählt von den Hoch- und Tiefpunkten eines Künstlerlebens und seinem Nervenzusammenbruch vor einigen Jahren. „Es hat lange gebraucht bis ich wieder lachen konnte“, räumt der Comedian ein. Gut, dass es geklappt hat. Ein besonders unterhaltsamer und kurzweiliger Abend wäre dem Publikum sonst vorenthalten geblieben.