SPD-Fraktion zeigt sich angetan Beifall und Buhrufe für Vorwerk-Pläne in Delmenhorst

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Delmenhorst. Bis zu 285 Parkplätze, dazu möglicherweise 39 Wohnungen: Die ersten vom Hertie-Investor vorgelegten Planungsskizzen provozieren grundverschiedene Reaktionen.

Delmenhorst. Die Parkdeck-Entwürfe von Hertie-Investor Werner Uhde für das Vorwerk liegen vor, und Elke Glöckner von der Bürgerinitiative gegen ein Parkhaus am Vorwerk legt sich fest: „Wir sind natürlich nicht zufrieden und finden diese Pläne, um mit Worten von Herrn Uhde zu sprechen, hinrissig“.

Glöckner verweist aber auch darauf, dass es nach längerer Pause nun möglichst bald wieder eine Zusammenkunft der Initiative geben soll, um die Planung zu diskutieren und eine möglichst einheitliche Position zu erarbeiten.

Investor will baldiges Signal von der Politik

Uhde hatte in der vergangenen Woche deutlich gemacht, dass er sich von der Politik ein deutliches Signal über die realistischen Chancen für ein Bauwerk mit bis zu 285 Plätzen und gegebenenfalls angrenzender Wohnbebauung wünscht. „Sonst geht das Hertie-Projekt nicht weiter“, hatte er gegenüber unserer Zeitung unmissverständlich Position bezogen. Und nicht wenige fragten sich: Setzt da einer dem Rat die Pistole auf die Brust?

CDU-Fraktionsvorsitzender fühlt sich nicht erpresst

„Nein, ich fühle mich nicht erpresst“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Kristof Ogonovski. Bei der maximalen Größe des vom Bremer Büros Hilmes Lamprecht Architekten entworfenen Parkhauses habe er aber Bauchschmerzen. Dies gelte auch für die mögliche, zur Straße „Am Vorwerk“ gelegene Wohnbebauung, die bis zu 39 Wohnungen vorsieht, für die allein 59 Stellplätze bereitgehalten werden müssten. Der Druck, am Vorwerk etwas voranzubringen, wachse aber für alle Beteiligten. „Es allen recht zu machen, ist schwierig“, sagt Ogonovski.

„Herr Uhde kann gerne Wünsche äußern“

Ratsherr Thore Wintermann, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Deichhorst-Stadtmitte, der sich vor einiger Zeit als Erster aus dem politischen Raum öffentlich für ein erweitertes Parkangebot am Vorwerk durch ein Parkdeck in Leichtbauweise ausgesprochen hatte, möchte die Entwürfe noch nicht bewerten. „Herr Uhde kann gerne Wünsche äußern, aber das bedeutet nicht, dass alles so realisiert wird“, sagt er. Den ersten Schritt müsse die Verwaltung gehen, indem sie den künftigen Parkraumbedarf am Vorwerk ermittele.

„Intelligente Wohnlösung in perfekter Lage“

SPD-Ratsfraktionsvorsitzende Bettina Oestermann geht einen Schritt weiter und sagt: „Ich bin von der Kombination aus Parken und Wohnen sehr angetan.“ Sie spricht von einer „intelligenten Wohnlösung“ in „perfekter Lage“. Dies sei „genau das, was wir in der Stadt brauchen“. In der Ratsgruppe SPD/Piraten vernehme sie eine positive Resonanz auf die Entwürfe.

AfD sieht eine von der Stadt vertane Chance

Für die AfD als drittstärkster Fraktion im Rat sagt der Vorsitzende Lothar Mandalka: „Die Pläne mit der Wohnbebauung haben einen gewissen Charme, aber ich kann mich damit noch nicht so recht anfreunden.“ Nach seiner Einschätzung hat die Stadt jüngst eine Chance vertan: Sie hätte ihr Vorkaufsrecht beim gerade veräußerten „Cramers“-Haus an der Cramerstraße nutzen und in Verbindung mit der Fläche der seit Jahren leer stehenden Kinos ein Parkhaus entwickeln sollen.


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