Lesung in Divarena übers Geocaching: Ingo Oschmann in Delmenhorst: „Pure Emotion“

„Die Welt ist eine Dose“: Ingo Oschmann las am Freitag in der Delmenhorster Divarena aus seinem Buch über sein liebstes Hobby: das Geocaching. Foto: Melanie Hohmann„Die Welt ist eine Dose“: Ingo Oschmann las am Freitag in der Delmenhorster Divarena aus seinem Buch über sein liebstes Hobby: das Geocaching. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Wenn der Komiker Ingo Oschmann übers Geocaching erzählt, gerät er schnell ins Schwärmen. Leidenschaftlich spricht er über seine Erfahrungen bei der modernen Art der Schatzsuche in der Natur, auf öffentlichen Plätzen oder gar in Parkhäusern. Und wie das aussieht, konnten sich die Delmenhorster am Freitag in der Divarena ansehen. Dort stellte Oschmann sein neues Buch „Jäger des versteckten Schatzes“ vor.

Ein Buch über sein liebstes Hobby zu schreiben, dieser Gedanke sollte eigentlich wie eine Ehre klingen. Für Oschmann war dies zunächst nicht. Eine entsprechende Anfrage des Heyne-Verlags lehnte er zunächst ab, schilderte der Bielefelder vor dem Delmenhorster Publikum. Doch die Perspektive, dass es dann ein anderer machen könnte, schmeckte ihm auch nicht. „Bevor es ein Kack-Buch gibt, schreib‘ ich es lieber selbst.“

Ein Schatz in einer Dose

Geocaching beschreibt Oschmann in seinem Buch als moderne Schnitzeljagd, bei der in der Regel an bestimmten Plätzen in der Natur Schätze, sogenannte Caches, in Dosen versteckt werden. Mittels GPS-Daten können diese Caches über ein GPS-Gerät oder über ein Smartphone gefunden werden. Mitunter müssen zuvor eine Reihe von Rätseln gelöst werden. „Das klingt ziemlich nüchtern. Ist aber pure Emotion“, so Oschmann begeistert. Das Geocaching viel mehr ist als diese grobe Beschreibung, wurde Stück für Stück deutlich, als Oschmann von seinen eigenen Erfahrungen berichtete.

Skurrile Suche im Parkhaus

Als vielleicht lustigste Geschichte kann das Erlebnis beschrieben werden, als Oschmann zufällig auf einem Flughafen eine Stunde vor Abflug per Smartphone-App sah, dass sich ein Cache in der Nähe befand. „Die Koordinaten führten mich in ein prächtiges Parkhaus, zehn Stockwerke hoch. Da stand es nun, mount-everest-gleich. Und ich sollte jetzt Edmund Hillary sein.“ Seine skurrile Suche, die Oschmann in allen Details ziemlich unterhaltsam beschrieb, habe unter anderem dazu geführt, dass er sich vier Stunden lang im Parkhaus aufhielt – und in der Zwischenzeit den Flug verpasste.

„Grandiose Abenteuer“

„Geocaching führt Dich auf grandiose Abenteuer, die Suche ist mal aufregend, mal relaxt, Du lernst eine Menge über die Geschichte einer Stadt“, las Oschmann vor. Irgendwann beginne die Leidenschaft fürs Hobby auch den Alltag zu ergreifen. „Du fängst an, dein Umfeld mit anderen Augen zu sehen. Überall siehst du potenzielle Verstecke für Caches. Die Welt ist eine Dose.“ Dass Geocaching immer noch eine Randsportart sein dürfte, ließ sich an der 45-köpfigen Zuschauerschaft ablesen. Für diese war der überaus sympathische Oschmann ein guter Gastgeber und wusste eine herzliche und familiäre Atmosphäre zu schaffen.


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