Planungen am Stadtrand Anwohner protestieren gegen Baugebiet in Delmenhorst

Von Michael Korn

So ähnlich wie auf diesem Symbolbild soll es bald nach dem Willen der Delmenhorster Ratsmehrheit im Stadtteil Heidkrug aussehen: Vermarktung eines weiteren Neubaugebiets am Stadtrand. Foto: Patrick Pleul/dpaSo ähnlich wie auf diesem Symbolbild soll es bald nach dem Willen der Delmenhorster Ratsmehrheit im Stadtteil Heidkrug aussehen: Vermarktung eines weiteren Neubaugebiets am Stadtrand. Foto: Patrick Pleul/dpa

Delmenhorst. Gegen den Protest von Anwohnern hat der Planungsausschuss des Stadtrates am Dienstag, 28. März, ein Neubaugebiet in Heidkrug auf den Weg gebracht. Die Bürger befürchten eine verkehrliche Belastung sowie eine Beeinträchtigung der Natur.

In absoluter Heidkruger Stadtrandlage können aller Voraussicht nach bald bis zu 50 Einfamilienhäuser entstehen. Der Planungsausschuss des Stadtrates hat jedenfalls am Dienstag, 28. März 2017, mit Mehrheit die Weichen für ein Neubaugebiet im Anschluss an die Reihenhaussiedlung rund um die Blumenthaler Straße gestellt. Aller Protest von betroffenen Anwohnern nützte nichts – SPD, CDU, FDP und UAD setzten sich gegen AfD, Linke, Bürgerforum und Grüne durch.

Mehr Verkehr befürchtet

Kern der Widerstände sind vor allem Sorgen der angrenzenden Anlieger, dass die Verkehrsbelastung im Wohnviertel steigt, Naturflächen versiegelt werden, die Infrastruktur nicht ausreicht und Baufahrzeuge Schäden an den Straßen hinterlassen. Edith Belz (Linke), Eva Sassen (Bürgerforum), Marianne Huismann (Grüne) und Dr. Yvonne Ingenbleek (Naturschutzbund) warben vor allem für das Nutzen von Baulücken in bestehenden Wohngebieten, bevor weitere Flächen im Außenbereich angetastet werden. Von den Befürwortern eines Neubaugebiets zwischen Großem Tannenweg und Neuenbrücker Weg forderten Peter Stemmler (Unabhängige) und Murat Kalmis (FDP), endlich dringend benötigte Baugrundstücke zu schaffen. CDU und AfD beteiligten sich an der Debatte nicht.

Baurätin sieht einmalige Chance

Stadtbaurätin Bianca Urban warb eindringlich für das Projekt. Sie bekräftigte den hohen Bedarf in Delmenhorst an Flächen für Eigenheime. Die Stadt wachse und neben Wohnungsbau im innerstädtischen Bereiche sei eine „Arrondierung“ (also Abrundung) der Siedlungsstrukturen auch am Außenbereich erforderlich, um der Nachfrage nach freistehenden Wohnhäusern gerecht zu werden. Urban: „Bremen verliert Bauwillige ans Umland und Delmenhorst an Ganderkesee. Wir haben jetzt die einmalige Chance, uns für die Zukunft zu behaupten.“

Umstrittenes geplantes Neubaugebiet: Mögliche Grundstücke im Anschluss an die Reihenhaussiedlung rund um die Blumenthaler Straße. Grafik: Stadt Delmenhorst