850 Helfer bei Aufräumaktion Delmenhorster Müllsammler haben Fischschutz im Sinn


Delmenhorst. Ein schwerer Betonklotz mit Metallkette dran im See versenkt? Manche Funde bei der 13. Auflage der Aufräumaktion „Delmenhorst...putzt sich heraus!“ lassen Fragen aufkommen. 315 Helfer folgten am Samstag dem Vorbild von Kita- und Schulkindern, die zuvor Müll sammelten.

Vom Mini-Müllsammler bis zur Mittachtzigerin haben sich am Samstag bei bestem Wetter noch einmal rund 315 Helfer aufgemacht, um öffentliche Flächen, Grünanlagen und Gewässer der Stadt von Unrat zu befreien. Gut 530 Kita- und Schulkinder hatte die Stadt bereits am Mittwoch gezählt, dem ersten Aufräumtag der 13. Auflage von „Delmenhorst... putzt sich heraus!“. Insgesamt waren es also fast 850 Freiwillige, die mit Handschuhen und Greifern hunderte Flaschen und Tüten in Müllsäcke und Schubkarren beförderten, aber auch einige kuriose Funde machten.

Keine Leiche zum Betonklotz

„Wo ist die Leiche dazu?“, fragten sich spaßeshalber die gut 30 Freiwilligen des Runden Tischs Tiergarten, als sie einen schweren Betonklotz mit rostiger Metallkette aus dem See in dem Deichhorster Waldgebiet zogen. Während die meisten der rund 25 Gruppen der freiwilligen Putzkolonne einmal im Jahr Müll sammeln, war es für die Tiergartenfreunde und -nachbarn bereits die zweite Aufräumaktion. „Wir haben schon im September eine Zwischensammlung gemacht, deshalb war es im Vergleich zu anderen Jahren jetzt nicht mehr ganz so viel“, sagt Sprecher Detlef Riedel. Dennoch kam ein stattlicher Müllhaufen zusammen, mit einer großen Blechplatte und Reifen dabei.

Wasserqualität liegt Sozialdemokraten am Herzen

Auf den Gewässerschutz hat sich die SPD AG 60 plus gemeinsam mit den Jungsozialisten und Helfern des Fischereivereins, der an mehreren Stellen im Stadtgebiet sammelte, konzentriert. „Die Qualität unserer Gewässer liegt uns sehr am Herzen“, erklärte Dittmar Knoche von der AG 60 plus, „auch Müll, der hier am Rand der Welse weggeworfen wird, gelangt irgendwann in Flüsse und Meere und richtet dort Schaden an.“ Um zu zeigen, wofür sich der Einsatz lohnt, stellte Rainer Schiller, Präsident des Landesfischereiverbands Bremen, zu Beginn mit Bildmaterial das wiedererwachte Fischleben in der Welse nach der erfolgreichen Renaturierung vor.

Fischereiverein begrüßt erfolgreiche Welse-Revitalisierung

„Wir haben hier beim Elektrofischen im Herbst 21 Lachse gezählt, der größte war über einen Meter lang“, freut sich der auch im Delmenhorster Fischereiverein aktive Schiller. Dies sei ein Erfolg der Welse-Revitalisierung, 2011 im Tiergarten, 2012 in Elmeloh und 2013 hinter Kaufland sowie an der Dummbäke beim Wichernstift. Beim Müllsammeln am Welseufer hinter Kaufland an der Stedinger Straße zeigten die Fischereiverein-Ehrenamtlichen den Sozialdemokraten, wo Kiesbänke nun die Fließgeschwindigkeit der Welse erhöhen und Sauerstoff ins Wasser bringen. Damit die Wasserqualität gut bleibt, packten mit Günter Holtz (80) und Brigitte Schwanz (84) auch lang erprobte Helfer bei der Putzaktion an. „Es wird jedes Jahr schwieriger, aber noch können wir mithelfen“, freuen sich beide.

Gruppenübergreifender Abschluss bei Suppe und Kuchen

Viele rundeten den Tag mit einer gemeinsamen Stärkung ab, die oft mehrere Gruppen an den Tischen zusammenführte. So speisten beim Schützenverein am Tiergarten rund 60 Helfer von den Tiergartenfreunden über den Kleingartenverein Deichhorst bis zu den Reisemobilfreunden. Und Sozialdemokraten und Fischer ließen sich gemeinsam Butterkuchen schmecken.


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