Doris Schröder-Köpf vor Ort Landesbeauftragte lobt Delmenhorster Flüchtlingsarbeit

Doris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, mit Kindern der afghanischen Familie Atai, die in der Flüchtlingsunterkunft an der Fröbelstraße wohnt. Foto: Thomas BreuerDoris Schröder-Köpf, Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, mit Kindern der afghanischen Familie Atai, die in der Flüchtlingsunterkunft an der Fröbelstraße wohnt. Foto: Thomas Breuer

Delmenhorst. Gerade einmal 32 Menschen leben derzeit in der seit November zur Flüchtlingsunterkunft gerichteten früheren Mosaikschule an der Fröbelschule. Und doch sind ihre Schicksale und Herkünfte – zehn an der Zahl – enorm vielfältig.

Als Doris Schröder-Köpf, SPD-Landtagsabgeordnete und ehrenamtliche Landesbeauftragte für Migration und Teilhabe, am Montagnachmittag die von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) getragene Einrichtung besuchte, fand sie sofort einen Draht zu einigen der 14 Kinder im Haus. Den Nachwuchs der afghanischen Familie Atai etwa, die im vergangenen Sommer nach Deutschland kam, beglückwünschte sie zu seinen fortgeschrittenen Deutschkenntnissen. Die Kinder nahmen es dankbar auf.

„Erstaunlich und überraschend gut“

Doris Schröder-Köpf weilte in Delmenhorst auf Einladung des von Hasan Bicerik geführten SPD-Ortsvereins Hasport-Annenheide. An der Fröbelstraße sollte sie sich ein Bild davon machen, wie Delmenhorst es geschafft hat, Menschen aus aller Welt ein festes Dach über dem Kopf zu bieten. Einzelheiten dazu erläuterte ihr auch Oberbürgermeister Axel Jahnz. Was die Landesbeauftragte hörte und sah, veranlasste sie später während einer öffentlichen Veranstaltung des SPD-Ortsvereins im Hotel Gut Hasport zu der Feststellung, Delmenhorst habe die große Aufgabe „erstaunlich und überraschend gut“ gemeistert.

Bezugspunkt nicht nur für Menschen in der Einrichtung

Einen kleinen Einblick in die Arbeit der Awo mit Geflüchteten gaben ihr an der Fröbelstraße Saskia Kamp (Koordinatorin der Flüchtlingsarbeit) und die pädagogische Leiterin Peggi Nischwitz. Letztere erläuterte, dass sich ihr Team an der Fröbelstraße nicht nur um die Bewohner der Einrichtung kümmere, sondern auch den Kontakt zu etwa 30 weiteren Menschen halte, die inzwischen in Wohnungen im Stadtgebiet leben.

Eine Brandmeldeanlage fehlt noch

An der Fröbelstraße sind für die Begegnungen und Angebote auch Gruppenräume und eine Werkstatt vorgesehen, aber noch nicht freigegeben. Das Baurecht verlangt hier zunächst noch den Einbau einer gesonderten Brandmeldeanlage. Räume braucht es schnell, denn neue Projekte laufen in Kürze an. Ab April etwa das „Kids on the way“ (Kinder auf dem Weg) – eine zweimal in der Woche geplante Kinderbetreuung mit Hausaufgabenhilfe für Flüchtlingskinder, die in oder außerhalb der Einrichtung leben. Das Ziel ist klar definiert: die Entwicklung der früheren Fröbelschule hin zu einem Standort für Angebote für international gemischte Gruppen.

Weg der Integration muss noch gegangen werden

Wie Jahnz, so machte auch Schröder-Köpf deutlich, dass nach der Aufnahme der Flüchtlinge der Weg der Integration erst noch beschritten werden müsse. Wichtig, so die Landesbeauftragte, sei dabei unter anderem, die vielen ehrenamtlichen Helfer bei der Stange zu halten.

Die Kinder, sie beeindruckten Doris Schröder-Köpf am Montag in der Flüchtlingsunterkunft am nachhaltigsten. So auch das kleine lächelnde Mädchen, das mit seinen Großeltern aus Syrien gekommen ist. „Wo ihre Eltern sind, wissen wir im Moment nicht“, musste Peggi Nischwitz mitteilen.


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