Für Haupt- und Ehrenamtliche Workshop gegen Rechtspopulismus in Delmenhorst

Von Merlin Hinkelmann

Wie begegnet man populistischen Äußerungen? Ahmed Al-Rashed, Dimitrios Kotrotsos und Stefan Scheel (von links) vom Verein Kulturpixel wollen aufklären. Foto: Merlin HinkelmannWie begegnet man populistischen Äußerungen? Ahmed Al-Rashed, Dimitrios Kotrotsos und Stefan Scheel (von links) vom Verein Kulturpixel wollen aufklären. Foto: Merlin Hinkelmann

Delmenhorst. Dem wachsenden Rechtspopulismus in der Gesellschaft etwas entgegensetzen: Das ist das Ziel eines neuen Workshops, den die Diakonie und der Verein Kulturpixel für Haupt- und Ehrenamtliche gemeinsam anbieten.

„Delmenhorst ist so etwas wie der Nucleus der deutschen Gesellschaft“, sagt Stefan Scheel vom Verein Kulturpixel. Eine kleine Stadt, in der verschiedene religiöse Gruppen aufeinandertreffen. Ein Ort, der von Pluralismus lebt. Da auch Delmenhorst vor dem wachsenden Rechtspopulismus in ganz Europa nicht gefeit ist, will die Diakonie gemeinsam mit Kulturpixel etwas tun. Gegen Ressentiments. Gegen Populismus. Und gegen Stammtischparolen. Dafür haben sie anlässlich der Internationalen Woche gegen Rassismus einen neuen Workshop zum Thema Rechtspopulismus ins Leben gerufen, der Haupt- und Ehrenamtliche gleichermaßen anspricht.

Strategien gegen Rechtspopulisten entwickeln

Das Ziel: Die Teilnehmer sollen Grundmuster des Extremen erkennen und Handlungsstrategien gegen Rechtspopulisten entwickeln. Wobei der Begriff Rechtspopulismus allein zu kurz greift, wie Scheel erklärt. „Es geht darum, populistische Strömungen zu identifizieren, Äußerungen richtig einzuordnen und diesen mit Argumenten zu begegnen.“ Scheel ist Religionswissenschaftler – genauso wie seine Kollegen Ahmed Al-Rashed und Dimitrios Kotrotsos. Alle drei sind beim Verein Kulturpixel aktiv, der sich mit verschiedenen bundesweiten Bildungsinitiativen für gesellschaftliche Vielfalt stark macht.

Teilnehmer lernen zu argumentieren

Gemeinsam werden die drei Referenten durch den Workshop führen, Strategien vorstellen, Argumentationstrainings veranstalten. Dabei können die Teilnehmer auch selbst Themen einbringen. „Unterschiedliche Regionen haben mit unterschiedlichen Problemen zu kämpfen. Da müssen wir flexibel sein und unseren Teilnehmern Gestaltungsspielraum geben“, betont Scheel. Und am besten gehe das zusammen, „wenn wir Expertise bündeln und Synergien schaffen“. Al-Rashed, der in Delmenhorst auch Islam-Workshops an Schulen anbietet, geht es vor allem um Aufklärung. „Populisten präsentieren vermeintlich einfache Lösungen für komplexe Probleme. Da fallen viele Leute drauf rein.“ Politische Arbeit mache der Verein indessen nicht. „Das ist nicht unsere Aufgabe.“

Workshop war Wunsch vieler Ehrenamtlicher

Wiebke Machel, Ehrenamtskoordinatorin beim Diakonischen Werk Delmenhorst/Oldenburg-Land, zeigt sich erfreut über das neue Angebot. Seit 2015 engagieren sich rund 200 Ehrenamtliche im Bereich der Flüchtlings- und Integrationsarbeit bei der Diakonie in Delmenhorst. „Viele von ihnen haben sich einen solchen Workshop gewünscht.“ In Bekanntenkreisen hätten nicht wenige Ehrenamtliche immer wieder mit Widerständen zu kämpfen. „Ich habe nichts gegen Flüchtlinge, aber ...“, sei hier häufig der Tenor, gegen den sich die Ehrenamtlichen zur Wehr setzen müssen. Die Koordinatorin appelliert an Interessierte, sich möglichst zügig für den Workshop anzumelden, der übrigens durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“ finanziert wird.

Anmeldung bis 15. März

Der kostenlose Workshop bietet Platz für maximal 35 Personen und wird an zwei Terminen veranstaltet. Für hauptamtlich Aktive, die in Verwaltung, Sozialverbänden oder anderen gesellschaftlich relevanten Einrichtungen beschäftigt sind, ist der Termin am Mittwoch, 22. März, von 10 bis 17 Uhr vorgesehen. Anmeldungen nimmt Ann-Christin Leymann per Mail an nachbarschaftsbuero@wollepark.de oder unter Telefon (04221) 123985 entgegen. Ehrenamtliche aller Einrichtungen können den Workshop am Freitag, 24. März, von 14 bis 19 Uhr besuchen. Anmeldung bei Wiebke Machel unter Telefon (0162) 4720977 oder per Mail an ehrenamt@diakonie-doll.de (Stichwort „Rechtspopulismus“). Anmeldungen sind bis Mittwoch, 15. März, möglich. Der Workshops findet jeweils im Nachbarschaftszentrum Wollepark, Westfalenstraße 6, statt.