Sonderausstellung eröffnet Sonntag Textilkunst chinesischer Bergvölker in Delmenhorst

Sammler Friedhelm Petrovitsch und Lin Cai vom Konfuzius-Institut Hannover freuen sich auf die Eröffnung der Ausstellung „Von Schmetterlingen und Drachen“. Foto: Marco JuliusSammler Friedhelm Petrovitsch und Lin Cai vom Konfuzius-Institut Hannover freuen sich auf die Eröffnung der Ausstellung „Von Schmetterlingen und Drachen“. Foto: Marco Julius

Delmenhorst. Es sind ganz besondere Einblicke in die Welt der chinesischen Bergvölker, die ab Sonntag auf der Nordwolle gewährt werden. Textile Schätze und beeindruckende Fotos sind zu sehen.

Eine Ausstellung über textile Schätze südchinesischer Bergvölker im Nordwestdeutschen Museum für Industriekultur auf der Nordwolle – passt das zusammen? Was auf den ersten Blick exotisch und etwas weit hergeholt wirkt, ist auf den zweiten Blick in sich völlig logisch. Museumsleiter Dr. Carsten Jöhnk hat gestern bei der Vorstellung der Ausstellung „Von Schmetterlingen und Drachen“ nicht nur darauf verwiesen, dass ja auch die Nordwolle für Textil steht, sondern auch darauf, dass die Familie Lahusen in engem Kontakt zu China stand. „1929 war China wichtigster Handelspartner der Lahusens im Ausland. Ein Fünftel des Exports ging dorthin.“

Vielfalt der chinesischen Kultur

Jöhnk selbst zeigte sich von der Ausstellung, die bereits in Heidelberg zu sehen war, überwältigt. „Die Exponate waren ein Augenöffner für mich und haben mir gezeigt, wie vielfältig die chinesische Kultur ist.“

Den Großteil der Exponate hat Friedhelm Petrovitsch, ein Sammler aus Eschweiler bei Aachen, zusammengetragen. Traditionelle Textilien der chinesischen Ethnien, vor allem Festtagskleidung, hat er auf seinen vielen Reisen nach Südchina seit 2003 erworben. Zudem hat er Tausende Fotos gemacht. Zahlreiche beeindruckende Aufnahmen sind ab Sonntag, 26. Februar, mit Schautafeln versehen, zu sehen, wenn die Ausstellung um 11 Uhr eröffnet wird.

Kunst bewahren

Petrovitsch ist tief in Historie und Alltag der Chinesen eingestiegen und verfügt über ein großes Wissen, dass er gerne weitergibt. Am Sonntag etwa um 13 Uhr, wenn er nach einem kostenlosen Einführungsvortrag durch die Ausstellung führt. „Die traditionellen Textilien chinesischer Ethnien finden bei der jüngeren Generation Chinas kaum noch Wertschätzung“, sagt Petrovitsch, das sei der Wandel der Zeit. Ihm geht es daher auch darum, die Kunst zu bewahren.

Lin Cai vom Konfuzius-Institut Hannover, das die Ausstellung unterstützt, sieht in der Schau einen Bildungsauftrag verwirklicht. Es gehe darum, den Austausch zwischen China und Deutschland wissenschaftlich und kulturell zu fördern. Zur Eröffnung am Sonntag hat auch Ping Chen, Botschaftsrat für Kultur der Botschaft der Volksrepublik China in Deutschland, sein Kommen zugesagt. Er hat die Schirmherrschaft übernommen.


Die Ausstellung „Von Schmetterlingen und Drache“ ist vom 26. Februar bis zum 20. August auf der Nordwolle zu sehen. Geöffnet ist von Dienstag bis Freitag in der Zeit von 10 bis 17 Uhr.

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