Milder als früher, aber ungeniert wie immer Ingo Appelt unterhält Besucher in Delmenhorster Divarena

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Ingo Appelt belustigt ungeniert wie immer die Gäste in der ausverkauften Divarena. Foto: Melanie HohmannIngo Appelt belustigt ungeniert wie immer die Gäste in der ausverkauften Divarena. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Tränen vor Lachen und schmerzende Lachmuskeln: Ingo Appelt hat die ausverkaufte Divarena in Delmenhorst am Freitagabend mit seinem Programm „Besser... ist besser!“ wie gewohnt unverblümt unterhalten.

„Lasst die Sau ruhig raus!“ Mit diesen Worten begrüßte Appelt seine Gäste in der ausverkauften Divarena in Delmenhorst. „Die Divarena finde ich süß. Das ist das Kleinste, was ich bespiele“, freute er sich. Von Politik bis hin zu der klassischen Männer-Frauen-Geschichte, der Comedian nahm wie gewohnt kein Blatt vor den Mund. „Ich mache den Job schon seit 30 Jahren. Ich hab schon alles beleidigt, was bei drei nicht auf den Bäumen ist“, sagte er über sich selbst.

Auch die aktuelle Politik kommentierte der bekennende Sozialdemokrat. „Wie bitter das sein muss: Du trittst zurück und dann läuft‘s“, scherzte er über Sigmar Gabriel. Und nun? „Alle elf Minuten verliebt sich ein Wähler in Martin Schulz.“

Von Fitness- bis Gemüse-Nazi

Aber er merkte auch an, dass Deutschland politisch immer mehr nach rechts rücke. „Ich kann nicht mal mehr links abbiegen. Die Dritte rechts ist das neue ‚Links‘“, zeigte er sich gespielt empört.

Und dann gebe es auch noch die von ihm genannten „Fitness-Nazis“, die im Urlaub demonstrativ am Strand aktiv sind. Denen entgegnet er „Du Arschloch, kann man nicht mal in Ruhe braun werden hier?“, woraufhin er von anderen Urlauber zu hören bekäme: „Guck, die Nazis aus Deutschland sind wieder da!“ Aber auch „Gemüse-Nazis“ gebe es in Deutschland, wie er sagt. „Das sind Vegetarier, da steckt das Wort ‚Arier‘ schon drin“, holte er die Lacher auf seine Seite.

Imitationskünstler

Appelt ist ein Imitationskünstler. Von Angela Merkel über Herbert Grönemeyer bis Til Schweiger – sie alle ahmte er täuschend echt nach. Selbst Comediankollege Mario Barth bekam sein Fett weg. Selbstironisch bemerkte Appelt: „Der füllt das Olympiastadion und ich stehe in der Divarena, natürlich viel lieber“ – und erntete damit Jubelrufe und tosenden Beifall.

Ganz charmant zog er die Frauen auf seine Seite: „Müssen wir Männer besser werden?“ Auf das einstimmige „Ja!“ hin beruhigte er die Frauen dann: „Ich bin da!“ Er ermahnte die Männer, sie müssten Dienstleister werden, so wie er auch. „Warum seid ihr hier meine Damen? Weil euch eure Männer zu Tode langweilen. sagte er. „Und ich muss den Karren hier wieder aus dem Dreck ziehen.“ Damit amüsierte er nicht nur die Frauen, auch die Männer kugelten sich vor Lachen über ihre Eigenheiten.

Vom Saulus zum Paulus

Auch wenn er sagte, er habe sich seit seinen Anfängen bei RTL-Samstagnacht vom Saulus zum Paulus geändert, seine versauten Witze posaunte er dennoch ungeniert heraus – ganz zur Belustigung des leicht verschämten Publikums. Die Gäste der Divarena kamen aus dem Gelächter nicht mehr heraus und „klagten“ sogar über schmerzende Lachmuskeln.

Über die dürfen sich auch die Gäste am Samstag freuen, denn weil die Nachfrage für diesen Tag so groß war, gab es den Zusatztermin am Freitag – ebenfalls ausverkauft. Wer keine Karten ergattern konnte, kann sein Glück für den Zusatztermin am 22. September in Oldenburg versuchen.


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