Staatlich anerkannt Delmenhorster IWK bildet 18 ausländische Pfleger aus

Von Lennart Bonk

Können nun in Deutschland in der Krankenpflege arbeiten: Die Absolventen des Anerkennungslehrgangs der IWK. Foto: Lennart BonkKönnen nun in Deutschland in der Krankenpflege arbeiten: Die Absolventen des Anerkennungslehrgangs der IWK. Foto: Lennart Bonk

Delmenhorst. Das IWK auf der Nordwolle hat 18 Pflegekräfte aus dem Ausland für den deutschen Markt weiterqualifiziert. Eine Absolventin berichtet über den viereinhalbmonatigen Lehrgang in Delmenhorst.

Es ist der dritte Lehrgang seiner Art, den das IWK Delmenhorst in Kooperation mit dem niedersächsischen Netzwerk „Integration durch Qualifizierung“, der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit angeboten hat. In den vergangenen viereinhalb Monaten wurden Pflegekräfte aus dem Ausland für den deutschen Arbeitsmarkt qualifiziert.

Multikulturelles Teilnehmerfeld

Am Dienstag haben die 18 Teilnehmer (drei Männer, 15 Frauen) des Lehrgangs ihre staatliche Anerkennung erhalten. Insgesamt neun verschiedene Nationalitäten waren in dem Kurs vertreten. Von Polen über Indien bis hin zu Japan: Das Teilnehmerfeld war multikulturell besetzt.

Pflegeeinrichtungen verweisen Rekruten nach Delmenhorst

Während die Absolventen des Lehrgangs in ihrer Heimat ausgebildete Fachkräfte sind, dürfen sie in Deutschland nur als Pflegehelfer arbeiten. Mit dem Abschluss des Lehrganges sind sie nun staatlich anerkannte Pflegekräfte. Mit der Qualifizierungsmaßnahme soll dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden. „Die verschiedenen Pflegeeinrichtungen rekrutieren Pflegekräfte zum Teil aus dem Ausland und leiten sie an uns weiter“, erklärt IWK-Kursleiterin Katja Kalkowski.

Arbeitsplatzmangel im Heimatland

In ihren Heimatländern herrscht häufig Arbeitsplatzmangel im Pflegesektor. „Es gibt viel private Heimpflege und nur wenige Pflegeheime“, berichtet die Weißrussin Anastasiya Ausianikava von der Arbeitsmarktsituation in ihrer Heimat. In Weißrussland absolvierte Ausianikava drei Jahre lang eine Ausbildung zur Krankenpflegerin. Vor zwei Jahren zog sie nach Deutschland. Sie folgte ihrem Mann, der hier eine Arbeitsstelle als Arzt fand. Ohne vorherige Deutschkenntnisse stand sie vor großen Schwierigkeiten, in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Sie fing an, Deutsch zu lernen und informierte sich beim Landesamt für Soziales, Jugend und Familie in Lüneburg über die Anerkennung ihrer Berufsausbildung. Sie wurde an das IWK Delmenhorst verwiesen.

Unterschiede zwischen Pflege in Heimat und in Deutschland

An der Delme sammelte sie im Altenheim des Roten Kreuzes erste Erfahrungen in der deutschen Pflegewelt. Schnell merkte sie den Unterschied zwischen der Pflege in ihrer Heimat und in Deutschland. „Die Grundpflege fehlt in Weißrussland komplett. Das habe ich hier alles neu gelernt“, erklärt sie. Zudem habe sie es in Deutschland mit mehr Demenzpatienten zu tun. Als nächstes Ziel hat sich Ausianikava eine Weiterbildung zur OP-Schwester gesteckt.