Operette in Delmenhorst Klassische Liebesgeschichte grandios inszeniert

In traditionellen Kleidern tanzt die Csárdásfürstin (Lilla Galambos, Mitte) bei ihrem Abschiedskonzert. Foto: Melanie HohmannIn traditionellen Kleidern tanzt die Csárdásfürstin (Lilla Galambos, Mitte) bei ihrem Abschiedskonzert. Foto: Melanie Hohmann

Delmenhorst. Zwischen Gesang und Tanz: Von der Operette „Die Csárdásfürstin“, aufgeführt mit Unterstützung der Operettenbühne Wien, waren die rund 570 Zuschauer im Kleinen Haus in Delmenhorst beeindruckt.

„Das ist die Liebe, die dumme Liebe“, tönte es von der Bühne. Zum 20-jährigen Bestehen der Operettenbühne Wien entschied sich Gründer Heinz Hellberg für Emmerich Kálmáns erfolgreichste Operette „Die Csárbásfürstin“ aus dem Jahr 1915 für die Jubiläumstournee und hat sie unter großem Beifall nun ins Kleine Haus nach Delmenhorst gebracht.

Die Operette erzählt auf gelungene Weise eine klassische Liebesgeschichte in drei Akten: Sylva Varescu (sehr überzeugend: Lilla Galambos), eine erfolgreiche Chansonnière, bereitet sich mit einem Abschiedskonzert im Budapester Theater auf ihre Amerikatournee vor. Ihr Verehrer, der Wiener Fürstensohn Edwin von und zu Lippert-Weylersheim (Sandor Domoszlai), will sie entgegen den Wünschen seiner Eltern davon abhalten und heiraten. Diese haben jedoch bereits eine Verlobung mit seiner Cousine, Komtesse Anastasia „Stasi“ (Elisabeth Jahrmann), arrangiert. Als Sylva davon erfährt, reist sie mit Edwins Freund Boni (schauspielerisch stark: David Hojsak) nach Amerika ab.

Missverständnisse und Turbulenzen

Bei der Bekanntmachung der Verlobung bei den Lippert-Weylersheims in Wien erscheint Sylva mit Boni und gibt sich als dessen Frau aus. Edwin, der sie noch immer liebt, bittet seinen Freund Boni um die Scheidung, weil er weiß, dass dieser doch eigentlich Stasi liebt. Kurz vor der Verkündung enthüllt Sylva ihre wahre Identität als die im Varieté bekannte Csárdásfürstin, was zu einem Skandal ausartet.

Unter einigen Missverständnissen und Turbulenzen stellt sich heraus, dass Edwins Freund Feri-Bacsi (Csaba Fazekas) in dessen Mutter seine ehemalige Liebe Hilda, eine Provinzprimadonna, erkennt. Damit entgleiten Fürst Leopold Maria (Viktor Schilowsky) die Argumente gegen eine Hochzeit von Edwin und Sylva. „Jetzt versteh ich den Edwin, der ist ja erblich belastet“, gibt der Fürst zur Belustigung des Publikums zu. Schließlich dürfen Sylva und Edwin doch noch heiraten und auch Boni und Stasi werden glücklich miteinander.

Eingängige und beschwingte Musik

So bunt der Inhalt, so beschwingt die Musik dazu: Das 24-köpfige Orchester der Operettenbühne Wien überzeugte mit grandioser Spielkunst. Auch während der gesprochenen Sequenzen untermalte es gekonnt die Stimmung auf der Bühne. Die eingängige Musik bewegte das Publikum im ausverkauften Saal zum Mitklatschen.

Auch Chor und Ballett der Wiener Operettenbühne unterstützten die Sänger. Während vor allem Galambos die hohen Tonlagen klar und überzeugend ertönen ließ, ging der Gesang der meisten Darsteller in den tiefen Tönen in der musikalischen Begleitung allerdings ein wenig unter.

Beeindruckende Choreografie

Schilowsky und Jahrmann mit ihrem österreichischen und Galambos, Hojsak und Fazekas mit ihrem ungarischen Akzent ließen die von ihnen verkörperten Figuren authentisch wirken. Und vor allem der junge, frische, leicht verrückte und manchmal unbeholfene Boni brachte mit seiner sympathischen Art das Publikum zum Lachen.

Die Choreografie mit eingebauten Hebefiguren an mancher Stelle beeindruckte und lockte faszinierte „Oh“- und „Ah“-Rufe hervor. Mit stehenden Ovationen bedachten die Zuschauer zum Schluss die überzeugende Leistung der Darsteller.


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