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Vereine haben großen Bedarf Wo kann man sich in Delmenhorst ehrenamtlich einsetzen?

Von Merlin Hinkelmann

Feuer löschen, Menschen retten, bei Verkehrsunfällen helfen: Das ist ohne fleißige Helfer nicht zu schaffen. Die Freiwillige Feuerwehr Hasbergen ist nur so stark wie ihre Mitglieder. Deshalb suchen die Kameraden händeringend Unterstützung (im Bild sind von links die Feuerwehrleute Pascal Ludwig, Jens Laube, Julien Biedenkopf und Sören Swarovsky zu sehen). Foto: GrabbeFeuer löschen, Menschen retten, bei Verkehrsunfällen helfen: Das ist ohne fleißige Helfer nicht zu schaffen. Die Freiwillige Feuerwehr Hasbergen ist nur so stark wie ihre Mitglieder. Deshalb suchen die Kameraden händeringend Unterstützung (im Bild sind von links die Feuerwehrleute Pascal Ludwig, Jens Laube, Julien Biedenkopf und Sören Swarovsky zu sehen). Foto: Grabbe

Delmenhorst. Ob Feuerwehr, AWO oder „Stars for Kids“: Der Bedarf an ehrenamtlichen Helfern ist ungebrochen. Eine Übersicht für alle Delmenhorster, die helfen wollen.

„Ich will mich endlich ehrenamtlich engagieren.“ Wer diesen Vorsatz für 2017 gefasst hat, hat sozusagen die freie Auswahl. Denn wenn die Vereine und sozialen Einrichtungen in Delmenhorst etwas gemeinsam haben, ist es die händeringende Suche nach Ehrenamtlichen. Die Aufgaben liegen in den vielfältigsten Bereichen – von Fremdsprachenunterricht über Flüchtlingshilfe bis zur Seniorenarbeit. Spezielle Voraussetzungen gibt es in den wenigsten Fällen. Das dk hat eine Liste mit Einrichtungen zusammengestellt, bei denen die Delmenhorster aktiv werden können.

Bürgerstiftung: „Wir brauchen ganz dringend helfende Hände, die bei unseren Projekten mit anpacken“, sagt Jürgen Schulz, Vorsitzender der Bürgerstiftung. Die Stiftung begleitet verschiedene Projekte wie das Bildungs- und Wissensprojekt „Wie funktioniert was“. Daneben sind die Helfer als Lese- und Mathepaten an Schulen aktiv, unterrichten Deutsch für Flüchtlingskinder oder lehren Fremdsprachen. Über 150 Ehrenamtliche arbeiten zurzeit im Bildungsbereich der Stiftung. Und trotzdem: „Wir haben einen gewaltigen Bedarf an Unterstützern“, so Schulz. „Jeder ist willkommen.“ Telefon: (04221) 6851681

Malteser: Die Ehrenamtlichen bei den Maltesern betreuen Veranstaltungen, helfen im Katastrophenschutz und begleiten alte und kranke Menschen. „Auch beim mobilen Einkaufswagen helfen sie aus“, weiß Dienststellenleiterin Heike Walter und betont einen „wichtigen“ Vorteil des Ehrenamts: „Wer sich bei uns ausbilden lässt, zahlt nichts. Die Kosten tragen wir zu 100 Prozent.“ Telefon: (04221) 17006

AWO: „Breit aufgestellt“, nennt Marion Eilers, Sekretärin der Geschäftsführung beim AWO-Kreisverband Delmenhorst, die ehrenamtliche Arbeit bei der AWO. Kleiderkammer, Tagespflege, Seniorenbetreuung oder Arbeit mit Flüchtlingen: Vielfältig ist das Angebot allemal. „Egal ob ein Mal im Monat oder jeden Tag: Helfende Hände können wir immer gebrauchen.“ Einzige Voraussetzung für ehrenamtliches Engagement bei der AWO ist ein sauberes Führungszeugnis – „und die Freude daran, sich für Menschen einzusetzen“. Telefon: (04221) 152130

Lebenshilfe: Wer an einem Nachmittag in der Woche mit Kindern spielen und basteln möchte, kann sich bei der Lebenshilfe melden, die rund 30 Ehrenamtliche zählt. Irene Goldschmidt, pädagogische Leiterin, sucht darüber hinaus noch engagierte Leute, die mit behinderten Menschen spazieren gehen oder Kinder und Jugendliche in ihrer Freizeit begleiten. „Der Kontakt mit Menschen muss einem natürlich Spaß machen. Und toll wäre es auch, wenn jemand sein Hobby bei uns sinnvoll einbringen könnte.“ Telefon: (04221) 15250

Caritas: „Bei uns läuft nichts ohne persönliches Kennenlernen“, erklärt Geschäftsführer Peter Schmitz. Wenn es menschlich passt, können die Ehrenamtlichen in der Kleiderkammer oder im Möbellager aushelfen, Menschen im Hildegard-Stift besuchen, beim Übersetzen helfen oder auch Botendienste übernehmen. Telefon: (04221) 983490

Feuerwehr: Die Ortsfeuerwehren Stadt und Süd sowie die Feuerwehr Hasbergen suchen derzeit händeringend Unterstützung. „Wir wollen uns breiter aufstellen und sind deshalb fieberhaft auf der Suche nach ehrenamtlichen Kräften“, so Axel Sanders, Ortsbrandmeister bei der Feuerwehr Stadt. „Wir rücken mehrmals in der Woche zu Einsätzen aus, da ist es wichtig, eine starke Truppe zu haben.“ Ehrenamtliche übernehmen durchweg alle Aufgaben im Brandschutzwesen – von der Brandbekämpfung bis zur Ersten Hilfe. „Feuerwehr ist ein allumfassender Bereich, man sollte etwas technische Affinität mitbringen“, sagt Sandes und ergänzt: „Es herrscht einfach ein tolles Gemeinschaftsgefühl unter den Kameraden.“ Telefon: (04221) 992380

„Stars for Kids“: Bei dem Verein dreht sich alles um den Mittagstisch für bedürftige Kinder. Um diesen Jahr für Jahr finanzieren zu können, organisiert „Stars for Kids“ die unterschiedlichsten Aktionen. „Ohne Ehrenamt geht es nicht“, macht Vereinsvorsitzende Dr. Britta Burke deutlich. „Wir führen Theaterstücke auf, machen Schulranzen-Partys, backen Waffeln und so weiter. Da kann jeder kreativ sein.“ Telefon: (04221) 987211

Tafel: „Auch wer nur ein paar Stunden in der Woche Zeit hat, ist bei uns willkommen“, sagt Walburga Bähre, Leiterin der Delmenhorster Tafel. Auch ihr fehlt es an ehrenamtlichen Helfern, die Waren abholen, sortieren und ausgeben. Einzige Bedingung: Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Telefon: (04221) 5870330

Unicef: Wer sich für Kinder in aller Welt einsetzen will, ist beim Kinderhilfswerk Unicef an der richtigen Adresse. Zwölf Ehrenamtliche engagieren sich aktuell für das Unicef-Team in Delmenhorst. „Wir brauchen Leute, die in die Schulen gehen und dort über Kinderrechte informieren“, betont Christiane Appel-Schneider vom Unicef-Team. Die Ortsgruppe organisiert immer wieder Benefizkonzerte und Ausstellungen oder verkauft zum Beispiel Grußkarten. Für den guten Zweck, versteht sich. Mitmachen kann jeder, der gut organisieren kann. Besonders junge Ehrenamtliche sind gefragt. „Wir wollten schon immer eine Unicef-Jugendgruppe in Delmenhorst gründen“, merkt Appel-Schneider an. Doch dafür hat dem Team bislang etwas Entscheidendes gefehlt: junge engagierte Menschen. Telefon: (04221) 41334

Johanniter: Mit dem Aufruf „Helden, bitte melden“ suchen die Johanniter aktuell Unterstützung. Nicht nur Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, auch Sanitätsdienst und psychosoziale Notfallversorgung gehören zum Aufgabenfeld. Ehrenamtliche haben die Möglichkeit, ihr Wissen in Seminaren und Fortbildungen zu erweitern. Dazu zählen auch die Ausbildungen zum Sanitätshelfer und Rettungssanitäter. Die Johanniter sind bei allen größeren Veranstaltungen dabei – ob nun beim Kramermarkt oder beim Kartoffelfest. Gefordert sind Softskills wie Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft. Telefon: (04221) 5871034 oder 01523-6987173 (Marcel Colter)

Hospizdienst: „Wir begleiten kranke und alte Menschen in den letzten Wochen ihres Lebens“, erklärt Karin Stelljes, Vorsitzende des Delmenhorster Hospizdienstes. „Wir sind da, hören zu, schenken Zeit.“ Und dieses Angebot nehmen immer mehr in Anspruch. Deshalb sucht der Verein Menschen, die sich zu Hospizbegleitern ausbilden lassen möchten. Daneben ist der Hospizdienst auf ausgebildete Trauerbegleiter angewiesen. „Auch für administrative Aufgaben, etwa im EDV-Bereich, nehmen wir jede Hilfe an, die wir kriegen können.“ Telefon: (04221) 1231688

Gemeinschaft Hasport: Unterstützung bei der Hausaufgabenhilfe und in der Verwaltung sucht derzeit die Gemeinschaft Hasport. Der Verein leistet Sozialarbeit im Stadtteil. Neben der Hausaufgabenhilfe werden auch Sprachkurse für Migranten und Asylbewerber angeboten. „Wenn die Ehrenamtlichen gute PC-Kenntnisse mitbringen, wäre das toll“, sagt die Vorsitzende Irene Papziner. „Jemand mit Sprachkenntnissen in Arabisch oder Englisch wäre auch eine große Hilfe.“ Telefon: (04221) 6894966

DRK: Für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sind ehrenamtliche Helfer unentbehrlich. „Sie leisten freiwillig und unentgeltlich viele Stunden wertvoller Arbeit – im Sinne des Gemeinwohls“, erläutert Kristin Martini vom DRK Kreisverband Delmenhorst. Die Mitarbeiter setzen sich im Sanitätsdienst ein, wirken bei der Breitenausbildung und der Spezialausbildung „Technik und Sicherheit“ mit, arbeiten für die sozialen Dienste, engagieren sich für die Blutspende oder sind im Jugendrotkreuz aktiv. Neben sozialem Engagement wünscht sich das DRK Teamgeist und Kontaktfreudigkeit. Dafür erhalten die Ehrenamtlichen eine fundierte Aus- und Fortbildung und können ihre sozialen Kompetenzen stärken. Telefon: (04221) 984298

THW: Das Technische Hilfswerk (THW) ist immer auf der Suche nach ehrenamtlichen Helfern. Die Einsätze sind dabei vielfältig. „In Delmenhorst sind die Fachgruppe Beleuchtung und zwei Bergungsgruppen stationiert“, sagt der Ortsbeauftragte Heiko Loskamp. „Wir sind zwar meist nicht ganz so schnell vor Ort wie die Feuerwehr, aber dafür halten wir länger durch“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Das THW hilft bei kleinen und großen Katastrophen, wie zum Beispiel eingestürzten Häusern, Wasserschäden, Überflutungen oder zur Unterstützung der Feuerwehr bei Einsätzen. Wer beim THW mithelfen möchte, sollte technisch affin sein. Telefon: (04221) 17119 oder (0172) 4185520 (Heiko Loskamp)

Weißer Ring: „Jeder, der Herzblut hat, kann bei uns mitmachen“, sagt Gaby Lübben, Außenstellenleiterin des Weißen Rings in Delmenhorst. Der Verein hilft Opfern von Kriminalität. Bei dieser Aufgabe, der direkten Opferbetreuung, können Ehrenamtliche den Weißen Ring unterstützen. „Auch in der Öffentlichkeitsarbeit können wir immer helfende Hände gebrauchen“, betont Lübben. „Wir bieten unseren Ehrenamtlichen gute Schulungen zur Weiterqualifizierung an.“ Voraussetzung sei ein gutes Führungszeugnis. „Man sollte den Umgang mit Menschen lieben und einfühlsam sein.“ Telefon: (0151) 55164694

Tierschutzverein: Wer tierlieb ist und sich in dieser Richtung engagieren will, kann sich beim Tierschutzverein melden. Die Einsatzbereiche sind vielfältig. Interessierte können mit Hunden Gassi gehen, handwerkeln, den Telefondienst übernehmen oder ganz einfach mit Katzen schmusen. Telefon: (04221) 6890150

VdK: Mit seinen bundesweit über 1.75 Millionen Mitgliedern ist der VdK der größte Sozialverband Deutschlands. In Delmenhorst hat die Gründung bereits vor 70 Jahren stattgefunden. Mit dem Beginn als Kriegsopferverband hat sich der VdK zu einem modernen Sozialverband entwickelt, der für soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung kämpft und sich gegen den Sozialabbau stark macht. Der VdK Verband unterstützt und berät seine Mitglieder im Kranken-, Pflege-, Unfall-, Renten-, Behinderten-, und Sozialhilferecht und im sozialen Entschädigungsrecht, sowie in der Arbeitslosenversicherung. Allein im Landesverband Niedersachsen-Bremen arbeiten rund 2.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie betreuen die Mitglieder, halten ihren Ortsverband durch Veranstaltungen zusammen, gewinnen neue Mitglieder und sind einfach da, wenn jemand dringend Hilfe benötigt. Telefon: (0 42 21) 5 03 57


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