Kaufhaus-Ruine Delmenhorster Hertie-Investor kündigt Bauantrag an

Meine Nachrichten

Um das Thema Delmenhorst Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Hier geht es in jedem Fall los: Nächste Woche rollen zwei Riesen-Bagger an, um das Hertie-Parkhaus samt Übergang (Mitte) abzuräumen. Foto: Andreas NistlerHier geht es in jedem Fall los: Nächste Woche rollen zwei Riesen-Bagger an, um das Hertie-Parkhaus samt Übergang (Mitte) abzuräumen. Foto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Ein Bauantrag im Frühjahr 2017 und weitere Millionen-Subventionen - es geht endlich voran beim Projekt „Hertie-Umbau“ in Delmenhorst.

Hertie-Investor Werner Uhde hat einen Bauantrag für den Umbau der Hertie-Ruine angekündigt. Diesen werde er im Frühjahr im Vorgriff auf die weiter ausstehende Zusage eines Hauptmieters für die Immobilie stellen, um nach einem erwarteten Vertragsabschluss keine Zeit zu verlieren, sagte er am Mittwoch dem dk. Unterdessen flankiert auch die öffentliche Hand die Wiederbelebung der Kaufhaus-Brache mit der Bewilligung weiterer Millionen-Subventionen.

Stadt beantragt weitere 1,4 Millionen Euro

So will die Stadt im Bemühen um eine Instandsetzung und Neubelebung des Betonriesen als Einkaufsadresse trotz noch unklarer Realisierungschancen eine weitere Millionenförderung bei Bund und Land locker machen: Wie Dominik Kimyon, Sprecher des Sozialministeriums, auf dk-Anfrage mitteilte, hat die Stadt Delmenhorst für 2017 einen neuen Antrag mit einem Volumen von 1,446 Millionen Euro gestellt . Schon für die Jahre 2015 und 2016 waren von der NBank Zuwendungen in Höhe von insgesamt 2,4 Millionen Euro für das Projekt Hertie in Delmenhorst bewilligt worden, heißt es. Abgerufen wurden die Subventionen, die sich in den nächsten Jahren inklusive städtischem Anteil von 1,85 Millionen auf insgesamt mehr als 5,5 Millionen Euro summieren sollen, indes noch nicht. Insgesamt soll der Hertie-Umbau zu einem neuen Kaufhaus knapp 14,5 Millionen Euro kosten.

Uhde: Ohne Hauptmieter kein Hertie-Umbau

Bislang hängen Rat und Verwaltung trotz ihrer erheblichen finanziellen Weichenstellungen für den Investor, die Erste Projektentwicklungsgesellschaft Delmenhorst mbH, in der Luft, was verlässliche Aussichten auf eine Neugestaltung des ehemaligen Kaufhauses anbelangt. Uhde räumte gegenüber dem dk ein, dass nach wie vor ein Hauptmieter fehle . Es gebe derzeit aussichtsreiche, aber nicht ganz einfache Verhandlungen mit drei großen Mietinteressenten aus der Textilbranche. Diese wüssten um die Schwäche des Standorts Delmenhorst bei Kaufkraft und Zentralität, was sich dann auf die Mietbedingungen niederschlage. Uhde bekräftigte, dass die weiterhin ungelöste Frage von zusätzlichen Parkmöglichkeiten in nächster Nähe der Hertie-Immobilie von entscheidender Bedeutung für die Verhandlungen sei: „Ohne Parkplätze keine Mieter und ohne Mieter kein Hertie-Umbau.“ Gleichwohl sei er nach wie vor zuversichtlich, dass das Projekt gelingt.

Bagger fahren am späten Abend auf

Losgelöst davon wird der rund 600000 Euro teure Abbruch des ehemaligen Hertie-Parkhauses laut Uhde wie angekündigt vorangetrieben. Am kommenden Mittwochabend, 11. Januar, fahren zwei große Abrissbagger auf, die dann die marode Hochgarage in den Folgewochen dem Erdboden gleich machen. Die Anwohner seien informiert. Ein neues Parkhaus sei an der Stelle städtebaulich nicht sinnvoll. Eine Folgenutzung des Grundstücks für Wohnungsbau werde zu einem späteren Zeitpunkt in Angriff genommen.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN