Pultern-Gelände Natur blockiert Firmenbauland in Delmenhorst

Naturschützer lehnen eine bauliche Nutzung des Pultern-Areals strikt ab wie hier bei einem Protest 2015. Archivfoto: Andreas NistlerNaturschützer lehnen eine bauliche Nutzung des Pultern-Areals strikt ab wie hier bei einem Protest 2015. Archivfoto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Gewerbe zulasten der Natur? Am 11. Januar 2016 berät die Politik in Delmenhorst über die Nutzung des Pultern-Geländes.

Gewerbe und Naherholung - das will die Stadt auf dem Pultern-Gelände an der Syker Straße vereinen. Mit einem Bebauungsplan für das Grundstück der im Juni 2004 einer Brandstiftung zum Opfer gefallenen Traditionsgaststätte „Zur Pultern“ soll jetzt der Startschuss gegeben werden für eine baldige Nutzung des Areals. Den Planungspolitikern des Stadtrates liegt in öffentlicher Sitzung am 11. Januar (17 Uhr, Willms-Mensa) ein Entwurf vor, der in einem ersten Abschnitt rund 5400 Quadratmeter Firmenbauland zwischen Syker Straße und Pulternsee sowie eine Parkanlage vorsieht. Über die Zukunft des weiteren, nördlich an den See angrenzenden Geländes soll entschieden werden, wenn das städtische Konzept über die Entwicklung von Gewerbeflächen in Delmenhorst fortgeschrieben wurde.

Natur setzt Bauland enge Grenzen

Die Verwaltung bekräftigt in der Vorlage für die Politik, dass die Nutzung weitergehender Flächen mit Gewerbeansiedlungen stark eingeschränkt ist. Der Teich, die Wasserläufe Annenriede und Heidkruger Bäke, geschützte Wallhecken, Abstandsauflagen zur B75, erhaltenswerter Grünbestand und ein Landschaftsschutzgebiet setzen einer Bebauung enge Grenzen. Es seien nun mehrere Gutachten zur Abschätzung der Möglichkeiten erforderlich. Eine Zufahrt in das Plangebiet ist gegenüber der B-75-Anschlussstelle Delmenhorst-Stickgras vorgesehen. Sie ist laut Verwaltung derart dimensioniert, dass die Option für die Ausweisung weiterer Gewerbeflächen in den nördlich angrenzenden Bereich besteht. Eine weitere Anbindung wie zum Beispiel eine neue zusätzliche Abfahrt von der B 75 wäre bei einer Ausweitung des Gewerbegebiets sinnvoll, heißt es weiter. Auch sollte dann eine Verbindung zum bestehenden Gewerbegebiet Stickgras hergestellt werden.

Nabu kritisiert „skrupellosen Eingriff“

Unterdessen lehnt der Naturschutzbund (Nabu) das Vorhaben strikt ab und wirft dem Rathaus einen „skrupellosen, massiven Eingriff“ in ein „letztes ökologisches Refugium“ vor. Der Schutz von Pflanzen und Tieren, darunter viele Rote-Liste-Arten , sowie Wasser- und Bodenhaushalt stünden dieser „verantwortungslosen Planung“ entgegen.


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