Patientin bewusst geschadet? Josef-Hospital Delmenhorst wehrt sich gegen Vorwürfe

Ein Facebook-User erhebt schwere Vorwürfe gegen das JHD Deichhorst. Die Geschäftsführung weist diese als „völlig haltlos“ ab. Foto: Thomas BreuerEin Facebook-User erhebt schwere Vorwürfe gegen das JHD Deichhorst. Die Geschäftsführung weist diese als „völlig haltlos“ ab. Foto: Thomas Breuer

Delmenhorst. Ein Facebook-Nutzer hat in dieser Woche im Internet schwere Vorwürfe gegen das Josef-Hospital Delmenhorst erhoben. Das Klinikpersonal soll einer Patientin bewusst geschadet haben. Geschäftsführer Thomas Breidenbach tritt dem nach Anfrage unserer Zeitung vehement entgegen.

Rechtsanwältin Gaby Lübben, die von dem Facebook-Nutzer im Zusammenhang mit dem Vorfall erwähnt wurde, hatte am Mittwoch gegenüber unserer Zeitung bestätigt, dass aufgrund der Anschuldigungen Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Oldenburg erhoben worden sei.

In einer Pressemitteilung bezieht JHD-Geschäftsführer Thomas Breidenbach Stellung zu den Vorwürfen und bezeichnet diese als „völlig haltlos“.

Die Mitteilung Breidenbachs im Wortlaut:

„ln den sozialen Netzwerken kursieren derzeit haltlose, schwere Vorwürfe maßgeblich einer Person, wir hätten den Gesundheitszustand einer bereits länger im Haus liegenden Patientin durch eine Sedierung und Unterkühlung verschlechtert oder gezielt verschlechtern wollen. Die Quelle beruft sich dabei auf Informationen, die ihr angeblich durch Dritte zugetragen wurden. Diese Vorwürfe sind haltlos und die Angaben zu den Umständen schlichtweg falsch. Auch wenn es sich um unbegründete Anschuldigungen handelt, wollen wir damit offen umgehen und uns äußern. Die Patientin wird bestmöglich versorgt. Alle jüngst vorgenommenen Maßnahmen, wie etwa die erwähnte angebliche „Unterkühlung“, waren notwendige medizinische Maßnahmen hier insbesondere im Sinne einer bewussten Reduzierung der deutlich erhöhten Körpertemperatur.

Diese Maßnahmen waren erforderlich, um den Zustand der schwerkranken und seit mehreren Monaten intensivpflichtigen Patientin wieder zu stabilisieren. Zur Bestätigung der Richtigkeit der Behandlung dieser Patientin werden wir die Behandlungsunterlagen freiwillig an einen externen medizinischen Gutachter zur Prüfung geben. Wir können verstehen, dass Angehörige grundsätzlich immer sehr besorgt und nervlich angespannt sind, wenn Familienmitgliedern ein längerer Klinikaufenthalt bevorsteht und sie bestimmte Situationen durch fehlende medizinische Kenntnis zunächst falsch beurteilen. Aufgrund der aktuellen Nachrichtenlage sind Patienten und Angehörige verständlicherweise verunsichert und reagieren noch viel sensibler auf bestimmte Umstände. Auch unser gesamtes Personal ist wegen der aktuellen gerichtlichen Aufarbeitung der zurückliegenden Geschehnisse im Fall Niels H. aus der Zeit bis zum Jahre 2005 im damaligen Klinikum Delmenhorst auf ein Höchstmaß sensibilisiert.

Nicht zuletzt dadurch bietet unser Krankenhaus derzeit mehr als je zuvor eine große Sicherheit und unsere Patienten können sich darauf verlassen, dass sie eine hochwertige medizinische Versorgung bei uns erhalten.“


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