Vier Pfade für Delmenhorster Park Grundlage für Fitnessparcours in der Graft gelegt

Von Sonia Voigt

„Eine gute Idee“ nennen Carmen Levermann (28) und ihre Cousine Sina Rohlfing (15) den entstehenden Fitnessparcours neben dem Graftspielplatz. Mit ihrer Hündin Summer sind sie regelmäßig in der Graft unterwegs und verfolgen die Bauarbeiten. Foto: Sonia Voigt„Eine gute Idee“ nennen Carmen Levermann (28) und ihre Cousine Sina Rohlfing (15) den entstehenden Fitnessparcours neben dem Graftspielplatz. Mit ihrer Hündin Summer sind sie regelmäßig in der Graft unterwegs und verfolgen die Bauarbeiten. Foto: Sonia Voigt

Delmenhorst. Sand und Natursteine zeigen Spaziergängern, wo künftig Fitnessgeräte zum Sport in der Natur einladen sollen. Neben dem Fitnessparcours sollen bis zum Frühjahr auch ein Barfußpfad, ein Baumlehrpfad und ein Bienenpfad das Schmuckstück Graft aufwerten.

Eine neu aufgeschüttete Sandfläche umrahmt von Naturstein-Blöcken zeigt es: Mit dem Fitnessparcours kommt das nächste der vier Projekte, die das Delmenhorster Schmuckstück Graft attraktiver gestalten sollen, ins Rollen. Der neu befestigte Fußweg, der den Parcours mit dem Graftspielplatz und dem Radweg in Richtung Graftwiesen verbindet, die Sandfläche als Fallschutz und die Natursteine als Sitzmöglichkeiten sind schon fertig. Nun fehlen noch die Herzstücke: ein großes Sportgerät aus Stahlelementen für das Eigengewichtstraining sowie zwei weitere Outdoor-Fitnessgeräte für Brust- und Beintraining. „Lieferung und Aufstellung der Geräte wurden bereits beauftragt“, erklärt Stadtsprecher Timo Frers. Ankommen sollen sie voraussichtlich Ende Januar 2017, dann werden die Geräte aufgestellt, sobald es das Wetter erlaubt.

Fitnessparcours soll insgesamt 30.000 Euro kosten

Vor der Entscheidung für die konkreten Geräte hatte die Stadtverwaltung unter anderem den Fachdienst Jugendarbeit, die Polizeisportgruppe Delmenhorst und den Kriminalpräventiven Rat konsultiert, der sich auf dem Fitnessparcours ein zusätzliches Freizeitangebot für Flüchtlinge vorstellen kann. Nachdem der Entschluss zum Fitnessparcours bereits 2011 gefallen war, hatte der Stadtrat im Juni dieses Jahres die Detailpläne abgesegnet. 30.000 Euro soll die Anlage insgesamt kosten.

Arbeiten am Barfußpfad beginnen erst 2017

Nur wenig weiter soll in dem kleinen Birkenhain rund um die Freilichtbühne ab 2017, wenn Detailplanung und Vergabe abgeschlossen sind, ein Barfuß- und Motorikpfad entstehen . 98.000 Euro investiert die Stadt hier nach einem Ratsbeschluss aus dem Oktober. Wer sich auf Sitzbänken der Schuhe entledigt und sie in einer Schuhstation verstaut hat, kann dann barfuß auf einem Rundweg verschiedene feste und lose Untergründe erspüren. „Sanft kitzelt der Rasen, grob reizt der Kiesweg“ umriss es der zuständige Fachdienst Stadtgrün in der Beschlussvorlage für die Politik. Nach Kieselpflaster und Holzpflöcken sollen die Läufer über Flaschenkorken, Glaskies und Tannenzapfen gehen. Ihren Gleichgewichtssinn können die Gäste dann auf Seilsteg und Balancierbalken des Motorikpfads testen.

Baumlehrpfad durch die Graft ist bereits in Arbeit

Bereits in Arbeit ist seit vergangener Woche ein Baumlehrpfad durch die Graft , für den der Rotary Club und der Bürgerparkverein „Unsere Graft“ nun die ersten von über 30 nicht alltäglichen Bäumen mit Hinweisschildern versehen haben. Der städtische Fachdienst Stadtgrün und Naturschutz übernahm die Auswahl der Bäume vom Mammut-, über einen Tulpen- bis zum Trompetenbaum. Der Bürgerparkverein fertigte die Schilder an und die Rotarier platzieren sie.

Bienenlehrpfad soll im Frühjahr folgen

Der Bürgerparkverein ist auch beim vierten Verschönerungsprojekt für die Graft, dem Bienenlehrpfad , beteiligt. Dieser soll ab dem Frühjahr auf einer ehemaligen Kleingartenparzelle neben der Streuobstwiese am Graftring entstehen. Feste Informationstafeln und regelmäßige Führungen sind dort geplant, NABU, Imkereiverein Delmenhorst und die städtischen Hautflüglerberater arbeiten mit. Das Grundstück überlässt die Stadt den Vereinen kostenlos.

SPD fordert Toilettenanlage für die Graft

Angesichts der neuen Angebote, die noch mehr Menschen in die Graft ziehen sollen, beantragt die SPD eine Toilettenanlage mit Wickeltisch in Spielplatznähe. Die Toilette im Graft-Kiosk entspreche „nicht einmal den niedrigsten Ansprüchen“ und sei nur unregelmäßig offen, kritisiert SPD-Ratsherr Gerhard Berger. Menschen dürften nicht weiter „zu Ordnungswidrigkeiten genötigt werden“. Die Verwaltung soll nun prüfen, ob die 2007 im Zuge des „Obstkorb“-Abrisses angeschaffte transportable Toilettenanlage dort installiert werden kann.

Diese steht laut Stadtsprecher Timo Frers am ehemaligen ZOB und kann zwar grundsätzlich umgesetzt werden. Durch die nötigen Wasser- und Elektroanschlüsse sei dies aber „mit erheblichen Kosten verbunden“.