Aus für Hort an Wildeshauser Straße Delmenhorster Eltern beklagen Mangel an Hortplätzen

Von Sonia Voigt

Jeder Platz besetzt: Das gilt nicht nur für die Kleiderhaken in dieser Kindertagesstätte, sondern auch für die Betreuungsplätze in den Delmenhorster Horten.Symbolfoto: Uli Deck/dpaJeder Platz besetzt: Das gilt nicht nur für die Kleiderhaken in dieser Kindertagesstätte, sondern auch für die Betreuungsplätze in den Delmenhorster Horten.Symbolfoto: Uli Deck/dpa

Delmenhorst. Zu wenig, zu weit entfernt von Schulen, fehlender Transport: So kritisieren Eltern das Delmenhorster Hortplatzangebot. Die Stadt kennt das Problem.

Viel Hoffnung macht Sandro Reupsch niemand, dass sein Sohn ab Sommer in den Hort kann. An der nahen Grundschule Bungerhof sowieso nicht, in der Kita Hasport, die der Fünfjährige jetzt besucht auch nicht, und an die Hermann-Allmers-Schule, wo ein Ausnahmeantrag läuft, wollen viele. „Warum geht es bei diesem wichtigen Thema so drunter und drüber?“, fragt er die Stadtverwaltung. Die Kritikpunkte des gefrusteten Vaters und befreundeter Eltern: Es gibt viel zu wenig Hortplätze. Die, die es gibt, sind zum Teil nicht in Schulnähe. Eine Transportlösung gibt es nicht.

Fachbereichsleiter der Stadt erkennt Problem an

Tatsächlich sind von den 170 Hortplätzen in Delmenhorst 100 auf vier Schulen und 70 auf vier Kitas verteilt. 215 Plätze gibt es zudem in Nachmittagsgruppen an Grundschulen. Dass das nicht reicht, weiß der für Kindertagesbetreuung zuständige Fachereichsleiter Rudolf Mattern: „Es ist kein Zustand, dass die Ganztagsbetreuung ab der Grundschule zum Problem wird.“

Betriebserlaubnis für Hort an der Wildeshauser Straße erlischt

Die Verwaltung arbeite mit Hochdruck an mehr Hortplätzen. Doch es sei schwer, Personal und Räume zu finden. Zunächst fallen sogar Plätze weg, der Hort in der Städtischen Kita an der Wildeshauser Straße muss schließen. „Dort läuft die Betriebserlaubnis aus“, bestätigt Mattern, „für das nächste Kindergartenjahr müssen wir uns etwas überlegen.“ Dem müsse die Politik dann in den Haushaltsberatungen noch zustimmen. Sicher sei: „Wir lassen die Kinder dort nicht im Regen stehen.“ Als Ersatz sollten ursprünglich schon zum aktuellen Schuljahr die Grundschulen an der Beethovenstraße und Marienschule Hortplätze bekommen , doch nach Diskussionen um den Träger scheiterten die Pläne an Raum- und Personalnot.

Kita-Stadtelternrat strebt runden Tisch an

„Für Teilzeitstellen im Nachmittagsbereich ist es schwer, jemanden zu finden“, weiß Marco Roselius, Vorsitzender des Kita-Stadtelternrats , aus Gesprächen mit Kita- und Grundschulleitern. Sie möchte er mit der Stadtverwaltung an einen runden Tisch holen. „Es kann nicht sein, dass man im Beruf zurückschrauben muss, wenn das Kind in die Schule kommt“, sagt Roselius, der wie seine Frau in Vollzeit arbeitet. Ausweichen könnten Eltern ohne Hortplatz eigentlich nur auf Betreuung in der Familie. Denn Tagesmütter seien oft mit Kleinkindern ausgelastet.

Eltern und Arbeitgeber bleiben im Ungewissen

Doch die Familie von Sandro Reupsch und seiner Frau lebt in Thüringen. Das Familienservicebüro vermittelte eine Tagesmutter, die aber erst nach der Kitaplatz-Vergabe im April weiß, ob bei ihr wirklich ein Platz frei wird. Bis dahin bleiben die Arbeitgeber der berufstätigen Eltern im Ungewissen. „Das Problem ist allen bekannt. Getan wird nichts“, hadert der 31-Jährige.