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Fall Niels H. Angeklagte JHD-Mitarbeiter arbeiten nicht mehr an Patienten

Die drei angeklagten JHD-Mitarbeiter bleiben im Krankenhaus beschäftigt, arbeiten aber vorübergehend nicht mehr mit Patienten. Symbolfoto: Thomas BreuerDie drei angeklagten JHD-Mitarbeiter bleiben im Krankenhaus beschäftigt, arbeiten aber vorübergehend nicht mehr mit Patienten. Symbolfoto: Thomas Breuer

Delmenhorst. Die drei im Fall Niels H. wegen „Totschlags durch Unterlassung“ angeklagten Mitarbeiter des Josef-Hospitals Delmenhorst (JHD) werden weiter im Krankenhaus beschäftigt, allerdings in anderer Funktion als bisher.

„Nach intensiven Gesprächen zwischen Klinikleitung und den drei im Fall Niels H. angeklagten Mitarbeitern sind alle Beteiligten einvernehmlich zu dem Schluss gekommen, dass die Beschäftigung der Angeklagten zwar wie geplant aufrecht bestehen bleibt, der weitere Dienst sich bis zur Urteilsverkündung aber auf patientenferne Tätigkeiten beschränken wird“ schreibt Jasmin Nowak, Pressesprecherin des JHD in einer Mitteilung.

Taten von Niels H. trotz eindeutiger Hinweise nicht verhindert?

Ende vergangener Woche teilte die Staatsanwaltschaft mit, dass gegen sechs ehemalige Mitarbeiter des damaligen Klinikums Delmenhorst im Zusammenhang mit dem Fall Niels H. Anklage wegen Totschlags durch Unterlassung erhoben wurde . Drei von ihnen sind auch heute noch im Delmenhorster Krankenhaus beschäftigt. Ihnen wird vorgeworfen, trotz eindeutiger Hinweise auf die Taten von Niels H. nicht tätig geworden zu sein und somit die Morde und Mordversuche nicht verhindert zu haben. Das Landgericht Oldenburg hat noch nicht über die Eröffnung des Hauptverfahrens entschieden.

Geschäftsführer: „Es gilt die Unschuldsvermutung“

Im Anschluss an die Anklage sprach JHD-Geschäftsführer Thomas Breidenbach am Freitag von der Unschuldsvermutung bis zum Urteil und dass es zunächst keine arbeitsrechtlichen Konsequenzen für die drei Mitarbeiter geben werde.

Breidenbach betonte am Montag, dass die Unschuldsvermutung auch weiterhin bis zum Abschluss des Strafverfahrens gelte. „Aufgrund der erhöhten Sensibilität und Brisanz der aktuellen Entwicklungen waren wir uns aber alle einig, nun diesen Schritt zu gehen.“

Marbach: „Akzeptieren die Entscheidung“

Christian Marbach, Sprecher der Opfer-Angehörigen, reagiert mit Akzeptanz auf die Entscheidung der Beteiligten. Es sei „eine Entscheidung die wir als Angehörige der Klinikopfer eingefordert haben und die wir, auch in Anbetracht der juristischen Unschuldsvermutung, akzeptieren“, schreibt Marbach in einer Pressemitteilung.


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