Gegen Gewalt an Frauen Delmenhorster Gleichstellungsstelle gibt Tipps

Von Marco Julius

Die Gleichstellungsbeauftragte Petra Borrmann sagt: „Die rechtlichen Möglichkeiten für Opfer von häuslicher Gewalt sind leider noch immer zu wenig bekannt“. Foto: dk-ArchivDie Gleichstellungsbeauftragte Petra Borrmann sagt: „Die rechtlichen Möglichkeiten für Opfer von häuslicher Gewalt sind leider noch immer zu wenig bekannt“. Foto: dk-Archiv

Delmenhorst. Frauen, die in ihrer Ehe oder Partnerschaft Gewalt erleben oder auch durch einen Fremden bedroht werden, können sich jetzt über alle Möglichkeiten informieren, die das Gewaltschutzgesetz bietet.

Passend zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, der am Freitag begangenen wurde, hat Gleichstellungsbeauftragte Petra Borrmann zusammen mit Kolleginnen ein neues Faltblatt herausgegeben. Darin erfahren Betroffene, mit welchen rechtlichen Möglichkeiten sie sich vor Gewalttaten schützen können, wenn sie mit dem Täter in einer gemeinsamen Wohnung leben oder wenn man ihnen nachstellt oder sie belästigt.

Platzverweis erteilen

Es wird unter anderem darüber informiert, dass in einer akuten Bedrohungssituation die Polizei dem gewalttätigen Mann zum Beispiel einen Platzverweis erteilen kann. Nach dem Gewaltschutzgesetz können Betroffene beim Familiengericht auch einen Antrag auf Überlassung der Wohnung stellen – selbst dann, wenn sie dort leben, aber nicht im Mietvertrag eingetragen sind. Auch ein Näherungsverbot kann ausgesprochen werden, sodass der Täter sich zum Beispiel in einem bestimmten Umkreis der Wohnung nicht nähern oder keine Verbindung zur Frau aufnehmen darf, auch nicht über das Internet.

Übersicht über rechtliche Möglichkeiten

Ziel des Faltblattes ist es, die komplexen rechtlichen Möglichkeiten des Gewaltschutzgesetzes übersichtlich und in verständlicher Sprache darzustellen. Dazu gehören Fragen wie „Was erwartet mich, wenn ich rechtliche Möglichkeiten in Anspruch nehme? Muss ich Fristen beachten? Wo kann der Antrag gestellt werden?“.

„Die rechtlichen Möglichkeiten für Opfer von häuslicher Gewalt sind leider noch immer zu wenig bekannt“, sagt Borrmann. „Ich möchte Frauen ermutigen, Gewalt nicht länger schweigend zu erdulden. In ihrer Notlage sollen sie bestärkt werden, Kontakt zu Beratungsstellen und anderen unterstützenden Institutionen unserer Stadt aufzunehmen, um für sich und ihre Kinder Wege in ein Leben ohne Gewalt zu finden. Daher enthält das neue Faltblatt auch wichtige Adressen, an die sich Rat suchende Frauen wenden können.“

Flyer auch im Internet

Die Infoblätter liegen in vielen Einrichtungen und Beratungsstellen aus und können unter www.delmenhorst.de heruntergeladen werden. Sie sind kostenlos in der Gleichstellungsstelle (Rathaus) erhältlich und können unter (04221) 992006 bestellt werden.


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