Diskussionen in der Innenstadt Anti-Israel-Stand in Delmenhorst löst Gegenprotest aus

Von Jan Eric Fiedler

Die Deutsch-israelischen Gesellschaft baute ihren Stand an der Ecke Lange Straße/Bahnhofstraße auf. 20 Meter weiter standen die Israel-Gegner der Organisation „Die Feder“. Foto: Jan Eric FiedlerDie Deutsch-israelischen Gesellschaft baute ihren Stand an der Ecke Lange Straße/Bahnhofstraße auf. 20 Meter weiter standen die Israel-Gegner der Organisation „Die Feder“. Foto: Jan Eric Fiedler

Delmenhorst. Ein Stand der religiös-politischen Organisation „Die Feder“ hat am Samstag in der Innenstadt für Diskussionen gesorgt. Mit der These „Israel ist illegal“ wollten die Organisatoren die Delmenhorster Bevölkerung erreichen.

Als Reaktion hatte die Deutsch-israelische Gesellschaft Oldenburg ebenfalls einen Stand angemeldet. Unterstützt wurde sie von Vertretern der Organisation aus Bremen, dem „Breiten Bündnis gegen Rechts“, dem Freundeskreis der jüdischen Gemeinde Delmenhorst sowie mehreren aktuellen und ehemaligen Ratsvertretern. Schon zuvor hatten die Unabhängigen Delmenhorster (UAD) die Aktion der „Feder“ in einer Mitteilung als „unerträglich“ kritisiert. „Für uns ist das eine ganz klare Form von Antisemitismus“, sagte Pedro Benjamin Becerra, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde. Ziel des Standes, der deutlich mehr Zuspruch erhielt, sei es, den Parolen der „Feder“ inhaltlich entgegenzuwirken. Einen direkten Dialog mit den Organisatoren des Standes lehnte er ab: „Mit Menschen, die uns vernichten wollen, möchte ich keinen Kontakt“, betonte Becerra.

„Die Feder“ sieht beeinflusste Diskussionsteilnehmer

Andere Unterstützer der Deutsch-israelischen Gesellschaft suchten dagegen den Kontakt zum Anti-Israel-Stand. Dieser verlief größtenteils freundlich, wie Organisator Hasan Mohsen berichtete. Sie seien in seinen Augen aber von „israelischer Propaganda“ beeinflusst. „Die Feder“ wurde 2007 gegründet und tagt in den Räumen des in Delmenhorst ansässigen Vereins „Islamischer Weg“, dessen Vorsitzender Yavuz Özoguz ist. Özoguz betreibt das Internetportal Muslim-Markt, das eine scharfe antiisraelische Linie vertritt. Die Besucher des Standes der „Feder“ konnten einen Chip in eine von zwei Wahlurnen einwerfen, um ihrer Zustimmung oder Ablehnung der These „Israel ist illegal“ Ausdruck zu verleihen. „Unsere Aufgabe ist es, die Leute davon zu überzeugen, bis ganz Delmenhorst seine Stimme für pro abgibt“, sagte Mohsen. Er kündigte an, dass „Die Feder“ die Abstimmung noch in weiteren Städten wie Bremen, Oldenburg und auch Ganderkesee veranstalten will.


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