20 Flüchtlinge absolvieren Kurse Bundeswehr schließt Ausbildung von Syrern in Delmenhorst ab

20 Flüchtlinge haben am Freitag in der Oldenburger Arbeitsagentur Zertifikate für eine Ausbildung erhalten. Foto: Ole Rosenbohm20 Flüchtlinge haben am Freitag in der Oldenburger Arbeitsagentur Zertifikate für eine Ausbildung erhalten. Foto: Ole Rosenbohm

Delmenhorst/Oldenburg. Für den deutschen Arbeitsmarkt oder als Basis für den Wiederaufbau Syriens: Flüchtlinge haben in Delmenhorst und Meppen ein Ausbildungsprogramm absolviert.

4300 Arbeit oder Ausbildung suchende Flüchtlinge leben im Gebiet der Arbeitsagentur Oldenburg-Wilhelmshaven, 430 davon haben davon einen Arbeitsplatz gefunden. Zehn Prozent nur – aber, sagt Agentur-Leiter Thorsten Müller, das sei nach einem Jahr „genau die Zahl, die wir erwartet haben“. Es dauert eben, bis Rechtsfragen geklärt und Sprachbarrieren aufgehoben sind. Und bis Arbeitgeber bereit sind, Flüchtlinge einzustellen.

Zwei der drei Module in Delmenhorst

Für 20 syrische Männer ist die Arbeitssuche wohl einfacher geworden. Am Freitag erhielten sie in der Oldenburger Arbeitsagentur Zertifikate für den Abschluss eines dreimonatigen Ausbildungsprogramms durch die Bundeswehr in den Modulen Technik, Erste Hilfe und Handwerk. Die zwei Letzteren wurden in der Delmenhorster Feldwebel-Lilienthal-Kaserne durchgeführt, das Technik-Modul in Meppen. Das vom Verteidigungsministerium finanzierte Projekt wurde zugleich mit insgesamt 90 Flüchtlingen auch in Berlin und Ingolstadt umgesetzt. Die Module sollen bei der Integration in den hiesigen Arbeitsmarkt dienen oder aber beim Wiederaufbau – im Fall einer Rückkehr nach Syrien.

„Integration im besten Sinne“

Geht es nach den am Freitag berichteten Erfahrungen von Ausbildern oder Absolventen, wird der Kurs wohl erneut stattfinden. Oberstarzt Johannes Backus sprach für die Bundeswehr von „Integration im besten Sinne“: Fast alle Absolventen hätten durchgehalten, die Ausbildungsziele seien erreicht worden, das Projekt – obwohl improvisiert – ein großer Erfolg.

Arbeitsagenturchef sieht realistische Job-Chance

„Es war wertvoll, einen Blick in die deutsche Arbeitswelt zu bekommen“, sagt Abed Alsalam Alshara. Der 39-jährige einstige Oppositionelle in Syrien könnte sich einen Job als Fahrer vorstellen, Fernziel sei aber die Rückkehr in seinen Beruf als Jurist: Es wird schwer, weiß er. Den Absolventen werde das Zertifikat der Bundeswehr helfen, sagt Arbeitsagentur-Chef Müller: Es stehe bei ganz vielen Arbeitgebern für einen hochwertigen Beleg. Damit gebe es „eine realistische Chance für Sie, Arbeit zu finden“, rief er den Absolventen zu und riet: „Haben Sie Geduld, nehmen Sie auch Ihren Zweit- oder Drittwunsch.“ In vier Jahren will Müller die Hälfte in Arbeit oder Ausbildung sehen, in zehn bis 15 Jahren dreiviertel der zuletzt gekommenen Flüchtlinge.


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