Gedenkfeier für Angehörige Sternenkinder auf Delmenhorster Friedhof beerdigt

Von Merlin Hinkelmann

Pastoralreferentin Silvia Kramer und Pastorin Sabine Spieker-Lauhöfer (von links) hielten den Gottesdienst in der Kapelle auf dem Friedhof Bungerhof. Foto: Merlin HinkelmannPastoralreferentin Silvia Kramer und Pastorin Sabine Spieker-Lauhöfer (von links) hielten den Gottesdienst in der Kapelle auf dem Friedhof Bungerhof. Foto: Merlin Hinkelmann

Delmenhorst. Fassbar machen, was eigentlich unfassbar ist: Auf dem Friedhof Bungerhof gab es an diesem Freitag eine Trauerfeier für Eltern von Sternenkindern.

Das Wunder geschieht im Verborgenen. Die unscheinbare Raupe verpuppt sich und wird zu einem wunderschönen Schmetterling. Bricht aus dem Kokon, fliegt, ist frei. Vom Leben zum Tod zur Auferstehung: Pastorin Sabine Spieker-Lauhöfer wählte dieses Bild ganz bewusst. „Der Schmetterling steht für uns alle.“

Gedenkfeier in der Friedhofskapelle

An diesem Freitag wurden auf dem Friedhof Bungerhof Sternenkinder beerdigt. Also Kinder, die weniger als 500 Gramm wiegen und vor, während oder nach der Geburt sterben. Laut Josef-Hospital Delmenhorst gibt es jährlich mehr als 100 solcher Fälle in der Stadt.. Um den Eltern der Sternenkinder die Möglichkeit zum Trauern zu geben, fand in der Friedhofskapelle eine kleine Gedenkfeier statt.

Kerzen angezündet

„Wir sind heute hier, um Abschied zu nehmen von Kindern, die viel zu früh von uns gegangen sind“, sagte Pastoralreferentin Silvia Kramer. Sie zündete eine rote Kerze an und stellte sie an die Urne – neben ein Meer aus weißen Rosen. „Die Kerze ist ein wichtiges Zeichen. Sie steht für uns, die wir zurückgeblieben sind, die Verlassenen.“ Die Besucher taten es ihr gleich, entzündeten Kerzen und stellten sie dazu.

Trauer, Einsamkeit, Schmerz

Vor allem Worte der Hoffnung und des Trostes waren es, die den Gottesdienst prägten. Pastorin Sabine Spieker-Lauhöfer wandte sich mit einer Metapher an die Trauernden, mit dem Bild vom Schmetterling. „Sie alle haben ein Kind verloren, hatten Pläne, Vorfreude.“ Stattdessen: Trauer, Einsamkeit, Schmerz. „Wie in einem Kokon sitzen Sie fest. Fest in Ihrer Trauer.“ Doch es gebe Erfahrungen im Leben, gegen die sich kein Mensch wehren könne. Alles brauche seine Zeit. „Sie haben diese Zeit und können jetzt zur Ruhe kommen.“ Raupe und Mensch, Verpuppung und Tod, Schmetterling und Auferstehung: „Diese Begriffspaare symbolisieren nicht weniger als unser Leben.“

Leben der Kinder hat „hohe Bedeutung“

Auch Pfarrer Hubert von der Heide und die Chefärztin der Frauenklinik am Josef-Hospital, Dr. Katharina Lüdemann, hielten eine kurze Andacht und sprachen den Besuchern Trost zu. „Auch wenn das Leben der Kinder sich nicht entfalten konnte, hat es eine hohe Bedeutung“, betonte von der Heide und sprach den „Segen der Trauernden“.

Urne beigesetzt

Parallel zu sanften Orgelklängen stimmten die Menschen in der Kapelle ein Lied an, ganz im Gedenken an die Sternenkinder. Dann zogen alle mit ihren entzündeten Kerzen nach draußen. Zur Grabstelle, wo sie die Urne beisetzten. Jetzt, in diesem Moment, war es ganz still.


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