Zwei Hauptbeschuldigte Gutachten zum Inkoop-Unglück in Delmenhorst liegt vor

Am 16. Dezember 2015 waren beim Inkoop-Neubau an der Oldenburger Straße Teile einer Mauer und des Baugerüstes eingestürzt. Foto: Andreas NistlerAm 16. Dezember 2015 waren beim Inkoop-Neubau an der Oldenburger Straße Teile einer Mauer und des Baugerüstes eingestürzt. Foto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Das schwere Unglück mit vier Verletzen auf der Inkoop-Baustelle an der Oldenburger Straße vom 16. Dezember 2015 wäre nach Einschätzung des nunmehr vorliegenden Sachverständigengutachtens zu verhindern gewesen.

Laut Erstem Staatsanwalt Martin Rüppell von der Staatsanwaltschaft Oldenburg sieht der Gutachter die Verantwortung für den Unfall in erster Linie bei dem Bauleiter und dem Architekten. „Bei sorgfältiger Arbeitsvorbereitung und Überwachung der einzelnen Bauzustände“ hätte der Einsturz demnach vermieden werden können. Zu dem schweren Zwischenfall sei es wesentlich „durch ein technisches Versagen der Betonschalung durch Überlastung und unzureichende Abstützung gekommen“.

Verfahren nimmt noch einige Zeit in Anspruch

Der Abschluss des Verfahrens wird laut Rüppell noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Es gebe eine Vielzahl von Beschuldigten und Geschädigten, denen, jeweils über deren Rechtsanwälte, Akteneinsicht und Gelegenheit zur Stellungnahme gewährt werde. Im Anschluss wird die Schuldfrage vor Gericht zu klären sein.

Schwerverletzter weiter in Spezialklinik

Zum Gesundheitszustand eines bei dem Unglück schwerst verletzten Mannes konnte Rüppell keine Angaben machen. Nach Informationen unserer Zeitung wird der Bauarbeiter bei unklarer Prognose bis heute in einer Hamburger Spezialklinik behandelt. Um seine Familie wenigstens etwas zu unterstützen, hat die Firma Inkoop in der vergangenen Woche auf eine am Vorabend der Markteröffnung geplante Veranstaltung für geladene Gäste verzichtet. Laut Geschäftsführer Bernd Oetken werden stattdessen in Kürze rund 5000 Euro an die Familie des Bauarbeiters überwiesen.

Inkoop ist Pächter der Immobilie

Inkoop selbst hat unter den Folgen des Unglücks insofern gelitten, dass der Markt erst einige Monate nach dem geplanten Termin eröffnet werden konnte. Die Firma ist lediglich Pächter in der von einem Investor errichteten Immobilie.


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