Investor gibt Einblick Ankermieter für Hertie in Delmenhorst nur im Paket

Attraktive Ankermieter für die Hertie-Ruine in Delmenhorst sind nur im Paket mit anderen Standorten zu ködern. Archivfoto: Andreas NistlerAttraktive Ankermieter für die Hertie-Ruine in Delmenhorst sind nur im Paket mit anderen Standorten zu ködern. Archivfoto: Andreas Nistler

Delmenhorst. Wer in Hamburg und Düsseldorf interessante Flächen pachten wolle, dürfe Delmenhorst nicht scheuen. So hat es Hertie-Investor Werner Uhde beim „Stadtgespräch“ dargestellt.

Die Delmenhorster Innenstadt ist für große Modeketten nicht die erste Wahl. Diese wenig überraschende Erkenntnis hat Hertie-Investor Werner Uhde von der Deutschen Immobilien-Holding (DIH) am Mittwochabend den Besuchern des „Stadtgesprächs“ in der Markthalle mit selten gehörter Deutlichkeit ausgeführt.

Ein Ankermieter für die Hertie-Immobilie, der bis zu 3000 der 10.000 Quadratmeter Fläche im Hertie-Haus übernehmen soll und damit nur aus dem Textilbereich kommen könne, sei nur im Paket mit anderen Standorten zu ködern. Soll heißen: Wer großes Interesse habe, in DIH-Projekte etwa in Hamburg und Düsseldorf einzuziehen, müsse sich als eine Bedingung eben auch in Delmenhorst engagieren. (Weiterlesen: Parkhaus ist Knackpunkt für Hertie)

Niemand will sich langfristig binden

Weil die DIH derzeit Projekte mit einem Volumen von rund drei Milliarden Euro entwickle, sei sie in der Lage diese Pakete zu schnüren, so Uhde. Auskömmliche Mieten allein über das Angebot einer Großfläche im Hertie-Haus zu erzielen, sei unmöglich. Zudem wollten sich die Interessenten ungern über zehn Jahre ohne Ausstiegsmöglichkeit binden. Auch kleinere Einheiten zu vermarkten, sei ein schwieriges Geschäft. „Wenn wir 15 Euro pro Quadratmeter in der Erdgeschossfläche bekommen, sind wir schon dankbar“, so Uhde.

Mindestens 200 Parkplätze müssen her

200 Parkplätze müssten für die revitalisierte Immobilie künftig zwingend vorgehalten werden, stellte der Investor klar. Seitens der Stadt hieß es am Donnerstag, man sei auch ohne einen Parkhaus-Neubau derzeit nicht bei Null. Allein im weiteren Bereich des Vorwerks gebe es 100 Stellflächen in Hertie-Nähe.

Sorgen bereiten die Veränderungen in der City unterdessen auch ihren Bewohnern. Einzelne fürchten bereits um ihre angestammten Anwohnerparkplätze, etwa auf der Fläche „Am Knick“. Diese wird laut Verwaltung zwar nicht als Stellplatz verschwinden, aber im Zuge des Krankenhaus-Neubaus kleiner werden. Wenn auch noch unklar sei, in welchem Ausmaß. (Weiterlesen: City-Parkhaus wird abgerissen - Bald fehlen 400 Parkplätze)


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